Kurz gesagt: Die beste Zeit zum Wandern auf Mallorca ist von Oktober bis Mai. Das wichtigste Gebiet ist die Serra de Tramuntana im Nordwesten, seit 2011 UNESCO-Welterbe, mit dem Fernwanderweg GR 221. Es gibt aber auch leichte Touren zu Buchten, Klöstern und Burgruinen, die mit Kindern und ohne Bergerfahrung machbar sind. Hier sind acht davon, von gemütlich bis anspruchsvoll.

Mallorca ist im Sommer eine Badeinsel. Im Rest des Jahres ist sie eine der schönsten Wanderinseln Europas. Alte Maultierpfade aus Trockenmauern, Steineichenwälder, Olivenhänge, die seit Jahrhunderten terrassiert sind, und fast immer irgendwo unten das Meer. Das Schönste daran: Abends seid ihr nicht in einer Berghütte, sondern in eurer Finca. Mit Dusche, die nicht nach fünf Minuten kalt wird.

Stand: Oktober 2026. Wege über Privatland werden gelegentlich gesperrt oder umgeleitet. Prüft vor jeder Tour den aktuellen Stand.

Wann ist die beste Zeit zum Wandern auf Mallorca?

Zeitraum Zum Wandern
Oktober und November Sehr gut. Angenehme Temperaturen, die Landschaft wird nach den ersten Regenfällen grün.
Dezember bis Februar Gut, aber kurze Tage. In den Bergen kann es kalt werden, auf den Gipfeln liegt manchmal Schnee. Dafür leere Wege und ab Ende Januar die Mandelblüte.
März bis Mai Die beliebteste Zeit. Alles blüht, die Tage werden lang, es ist noch nicht heiß.
Juni bis September Nur früh morgens und auf kurzen, schattigen Touren. Die Hitze in der Tramuntana wird oft unterschätzt.

Mehr zur Reisezeit steht in Beste Reisezeit für Mallorca, alles zur ruhigen Saison in Mallorca im Winter.

Leichte Wanderungen auf Mallorca

1. Vall de Boquer (Port de Pollença)

Der Klassiker im Norden und perfekt für den ersten Tag. Vom Ortsrand von Port de Pollença führt ein breiter Weg an einem alten Gutshof vorbei durch ein stilles Tal bis zur Cala Boquer, einer Kiesbucht am offenen Meer. Unterwegs begegnet ihr fast sicher wilden Ziegen, die euch mit sehr wenig Interesse betrachten. Hin und zurück etwa zwei Stunden, kaum Steigung, auch mit Kindern gut machbar.

2. Puig de Maria (Pollença)

Der Hausberg von Pollença, rund 330 Meter hoch, mit einem alten Kloster auf dem Gipfel. Erst geht es über eine schmale Straße, dann auf einem gepflasterten Pfad nach oben. Oben wartet ein Blick über die Buchten von Pollença und Alcúdia. Rechnet mit gut einer Stunde für den Aufstieg.

3. Ses Fonts Ufanes (Campanet)

Ein Naturschauspiel mit Ansage: Nach starken Regenfällen sprudeln in einem Steineichenwald bei Campanet plötzlich Quellen aus dem Boden, manchmal mit gewaltigen Wassermengen, und verschwinden nach einigen Tagen wieder. Der Spaziergang durch das Gelände ist kurz und flach. Das Gebiet ist geschützt und nur zu bestimmten Zeiten zugänglich, schaut vorher nach. Ob gerade Wasser kommt, verraten die lokalen Nachrichten nach einer Regenwoche.

Mittelschwere Wanderungen

4. Castell d’Alaró

Eine Burgruine auf einem Felsklotz über der Inselmitte, mit Blick bis nach Palma. Der kürzeste Weg beginnt an einem Parkplatz oberhalb von Alaró, von dort sind es noch etwa 45 Minuten bergauf durch Steineichenwald. Oben gibt es eine kleine Herberge mit einfacher Küche. Wer von ganz unten im Ort startet, hat eine ordentliche Halbtagestour.

5. Barranc de Biniaraix (Sóller)

Von dem kleinen Dorf Biniaraix oberhalb von Sóller führt ein alter Pilgerweg in unzähligen Steinstufen durch eine Schlucht hinauf in die Berge. Olivenhänge, Trockenmauern, ein Bach, der im Winter Wasser führt. Wie weit ihr geht, entscheidet ihr selbst. Viele drehen an einem Aussichtspunkt um, andere gehen bis zum Stausee von Cúber. Den Hinweg nach Sóller könnt ihr übrigens mit dem Roten Blitz machen.

6. Camí de s’Arxiduc (Valldemossa)

Ein Weg, den Erzherzog Ludwig Salvator im 19. Jahrhundert anlegen ließ, um auf dem Bergkamm über Valldemossa spazieren zu reiten. Heute ist er eine der schönsten Panoramatouren der Insel: auf der einen Seite das Meer, auf der anderen die Berge. Als Rundweg ab Valldemossa braucht ihr einen guten halben Tag und Trittsicherheit.

Landhaus Vago bei Mancor de la Vall am Fuß der Tramuntana – Unterkunft für Wandertage auf Mallorca

Anspruchsvolle Wanderungen

7. Puig de Massanella

Mit gut 1.360 Metern einer der höchsten begehbaren Gipfel Mallorcas, der höchste, der Puig Major, ist militärisches Sperrgebiet. Der Aufstieg beginnt meist in der Nähe des Klosters Lluc, führt durch Wald und über steiniges Gelände und hat oben kurze Kraxelpassagen. Belohnung: ein Blick über fast die ganze Insel. Ein voller Tag, gute Kondition und feste Schuhe sind Pflicht. Teile der Route führen über Privatgrund.

8. Torrent de Pareis

Die berühmteste und schwierigste Schluchtwanderung der Insel: von Escorca durch die Schlucht hinunter bis zur Mündung bei Sa Calobra. Große Felsblöcke, Kletterstellen, kein Ausstieg unterwegs. Nur bei stabil trockenem Wetter, nur mit Erfahrung oder mit Bergführer. Jedes Jahr müssen hier Wanderer gerettet werden, die das unterschätzt haben. Wer es entspannter mag, läuft von Sa Calobra aus ein Stück in die Mündung hinein.

Der GR 221: Mallorca auf mehreren Etappen

Der GR 221, auch Ruta de Pedra en Sec, „Trockensteinroute“, führt über viele Etappen durch die Serra de Tramuntana, von Port d’Andratx im Südwesten bis nach Pollença im Norden. Er folgt alten Maultier- und Pilgerpfaden, entlang der Strecke gibt es Wanderherbergen. Einige Abschnitte werden noch ausgebaut oder sind über Privatland gesperrt, informiert euch vor der Tour über den aktuellen Stand.

Ihr müsst den GR 221 nicht am Stück laufen. Viele Etappen eignen sich als Tagestour, besonders die letzten Abschnitte vom Kloster Lluc nach Pollença. Wer im Norden wohnt, kann am Ende der Etappe einfach nach Hause laufen.

Was ihr dabeihaben solltet

  • Wasser, mehr als gedacht. Unterwegs gibt es kaum Quellen und fast nie einen Kiosk. Zwei Liter pro Person sind auch im Frühjahr kein Luxus.
  • Feste Schuhe. Der Kalkstein ist scharfkantig und bei Nässe rutschig.
  • Sonnenschutz. Auch im Winter, auch wenn es kühl ist.
  • Eine Offline-Karte. Der Handyempfang in der Tramuntana ist lückenhaft.
  • Respekt vor Privatland. Viele Wege führen über Güter. Tore wieder schließen, Schilder ernst nehmen, Hunde anleinen.
  • Notruf 112. Gilt auch hier. Sagt jemandem, wohin ihr geht.

Wasser und Snacks für den nächsten Tag müsst ihr nicht schleppen. Der WOW MART liefert sie in die Finca. Gassi hat übrigens einmal behauptet, er sei auf dem Massanella gewesen. Gemeint hat er das Foto davon im Küchenflur. Wir lassen ihm das.

Die Finca als Basislager

Wanderhotels gibt es auf Mallorca einige. Eine Finca hat drei Vorteile, die man nach sechs Stunden auf Kalkstein sehr zu schätzen weiß: einen eigenen Garten für die Beine, eine Küche für das große Abendessen und keine Frühstückszeiten, die einen frühen Start verhindern. Gut gelegen für Wanderer sind diese Häuser:

  • Finca Avles: auf einer Anhöhe am Ortsrand von Selva, direkt am Fuß der Tramuntana. Zwei Schlafzimmer, Pool, 7.000 m² Garten und Bergpanorama.
  • Landhaus Vago: einen Kilometer vor Mancor de la Vall, drei Schlafzimmer, vier Bäder, Pool mit Bergblick und Zentralheizung für den Winter.
  • Finca Sa Caseta: im Ort Lloseta, rund 500 Meter vom Bahnhof, mit Holzofen für kühle Abende.
  • Im Norden: die Häuser rund um Pollença, von denen aus Vall de Boquer, Puig de Maria und die letzten Etappen des GR 221 direkt erreichbar sind.

Mehr Häuser am Fuß der Berge findet ihr unter Finca in der Inselmitte. Und wenn Start- und Zielpunkt eurer Tour nicht derselbe sind: Fragt über das rote Telefon, ob wir euch eine Abholung organisieren können.

Häufige Fragen zum Wandern auf Mallorca

Wann ist die beste Zeit zum Wandern auf Mallorca?

Von Oktober bis Mai. Am beliebtesten sind März bis Mai und Oktober. Im Sommer ist es in den Bergen tagsüber meist zu heiß für längere Touren.

Wo kann man auf Mallorca am besten wandern?

In der Serra de Tramuntana im Nordwesten. Leichte Touren gibt es aber auch im Norden rund um Pollença, etwa die Vall de Boquer oder den Puig de Maria.

Wie lang ist der GR 221?

Der Fernwanderweg führt über mehrere Tagesetappen von Port d’Andratx nach Pollença. Viele Etappen lassen sich auch einzeln als Tageswanderung gehen.

Kann man auf Mallorca mit Kindern wandern?

Ja. Die Vall de Boquer, der Puig de Maria oder der kurze Weg zum Castell d’Alaró sind auch für Kinder gut machbar.

Braucht man für den Torrent de Pareis einen Führer?

Ohne Erfahrung im weglosen Gelände ja. Die Tour hat Kletterstellen und ist nur bei trockenem Wetter machbar.

Fincas am Fuß der Tramuntana ansehen · Unverbindlich anfragen

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