Kurz gesagt: Der „Rote Blitz“ ist der historische Zug zwischen Palma und Sóller. Seit 1912 fährt er in Holzwaggons rund 27 Kilometer durch die Serra de Tramuntana, die Fahrt dauert knapp eine Stunde. In Sóller geht es mit der alten Straßenbahn weiter bis zum Hafen. Jedes Jahr macht die Bahn eine Winterpause, 2025/26 vom 24. November bis Anfang Februar.

Es gibt schnellere Wege nach Sóller. Seit es den Straßentunnel gibt, ist man mit dem Auto in einer halben Stunde da. Aber darum geht es nicht. Wer in den Roten Blitz steigt, fährt nicht nach Sóller. Er fährt in ein anderes Jahrhundert. Mit Fensterscheiben, die man herunterlassen kann, mit Holzbänken, die knarzen, und mit einem Blick, für den sich der Fensterplatz lohnt.

Stand: Oktober 2026. Fahrpläne, Preise und Winterpausen ändern sich je nach Saison. Prüft sie vor eurem Ausflug auf der offiziellen Seite des Tren de Sóller.

Warum heißt er Roter Blitz?

Offiziell heißt er schlicht Tren de Sóller. Den Spitznamen „Roter Blitz“ haben ihm deutsche Besucher gegeben, wegen der rotbraunen Holzwaggons und mit einer Portion Ironie, denn ein Blitz ist er nicht. Er ist eine Zeitmaschine, die gemütlich durch Berge rumpelt.

Gebaut wurde die Bahn Anfang des 20. Jahrhunderts, weil Sóller von den Bergen eingeschlossen war. Das Tal handelte lange eher mit Frankreich als mit Palma, Orangen gingen per Schiff nach Marseille. Mit der Eröffnung am 16. April 1912 rückte die Inselhauptstadt plötzlich näher. Ein Jahr später kam die Straßenbahn hinunter zum Hafen dazu.

Die Strecke: Was ihr unterwegs seht

Der Zug startet in Palma am Bahnhof an der Plaça d’Espanya, direkt neben dem großen Busbahnhof. Erst geht es durch die Stadt, dann durch die Ebene mit Mandel- und Johannisbrotbäumen.

  • Bunyola: Der wichtigste Halt unterwegs, etwa 25 Minuten nach Palma. Ab hier wird es bergig.
  • Die Tunnel: Mehrere Tunnel führen durch das Gebirge, der längste ist knapp drei Kilometer lang. Wenn es dunkel wird, fängt im Waggon meist jemand an zu lachen. Das gehört dazu.
  • Mirador des Pujol d’en Banya: Bei einigen Fahrten hält der Zug für einen Fotostopp. Unter euch liegt das Tal von Sóller mit den Orangenhängen, dahinter die Berge.
  • Die Abfahrt ins Tal: In Kehren geht es hinunter nach Sóller, mitten durch Orangen- und Zitronenhaine.

Sitzplatz-Tipp: Sichert euch einen Fensterplatz und steigt beim Fotostopp aus, falls euer Zug dort hält. Weil die Strecke sich in Kehren ins Tal windet, wechselt der Blick ohnehin von Seite zu Seite. Wenn der Zug voll ist, sucht euch einen Platz am Ende eines Waggons, dort lässt sich das Fenster meist am besten nutzen.

Sóller: Was ihr im Ort sehen solltet

Der Bahnhof liegt direkt am Rand der Altstadt. Ein paar Schritte, und ihr steht auf der Plaça de sa Constitució, dem Dorfplatz mit Cafés, Platanen und der Straßenbahn, die mitten hindurchfährt.

  • Die Kirche Sant Bartomeu mit ihrer Jugendstilfassade, entworfen von Joan Rubí, einem Schüler Gaudís. Gleich daneben die Fassade der ehemaligen Bank von Sóller. Beide zeigen, wie viel Geld der Orangenhandel einmal ins Tal gebracht hat.
  • Orangen. In einer der Eisdielen am Platz oder als frisch gepresster Saft. Im Winter und Frühjahr hängen sie überall an den Bäumen.
  • Die Gassen. Hinter dem Platz wird Sóller schnell ruhig. Steinhäuser, grüne Fensterläden, kleine Läden.

Wer Zeit hat, fährt mit dem Auto oder Bus noch hinauf nach Fornalutx, einem der am besten erhaltenen Bergdörfer der Insel, oder wandert durch den Barranc de Biniaraix. Mehr dazu in Wandern auf Mallorca.

Mit der Straßenbahn nach Port de Sóller

Die offene Straßenbahn verbindet Sóller mit dem Hafen. Rund fünf Kilometer, vorbei an Orangengärten, die letzten Meter direkt an der Uferpromenade entlang. Im Hafen gibt es eine geschwungene Bucht, Restaurants mit Fisch und Meerblick und im Sommer Boote entlang der Küste, zum Beispiel nach Sa Calobra.

Tickets für Zug und Straßenbahn gibt es einzeln, je nach Saison auch kombiniert. Auch die Straßenbahn pausiert im Winter, allerdings kürzer als der Zug: 2025 fuhr sie ab dem 21. Dezember wieder. Wer nur eine Richtung mit dem Zug fährt, kommt mit dem Linienbus zurück nach Palma.

Finca Sa Lino am Rand von Palma – sieben Kilometer bis zur Altstadt und zum Bahnhof des Tren de Sóller

So plant ihr den Ausflug ohne Stress

Frage Unsere Empfehlung
Welche Richtung? Mit dem Zug hin, am Nachmittag mit dem Bus oder Auto zurück. So habt ihr den schönen Teil zuerst.
Welche Uhrzeit? Die erste Abfahrt am Morgen. Spätere Züge sind in der Saison oft voll.
Tickets? Früh am Bahnhof sein oder vorab online schauen. Am Wochenende und im Sommer wird es eng.
Wann nicht? In der Winterpause. 2025/26 fuhr der Zug vom 24. November bis Anfang Februar nicht. Die Termine für 2026/27 veröffentlicht die Bahn meist kurz vorher.
Mit Kindern? Unbedingt. Tunnel, Holzbänke und Straßenbahn schlagen jeden Bildschirm.

Aus dem Norden oder der Inselmitte

Die meisten unserer Fincas liegen im Norden rund um Pollença. Von dort sind es etwa eine Stunde bis Palma. Zwei Varianten funktionieren gut:

  1. Mit dem Auto nach Palma, dort parken und mit dem Zug nach Sóller. Zurück mit dem Bus nach Palma.
  2. Mit dem Auto nach Bunyola und dort zusteigen. Das spart die Fahrt durch die Stadt, der schönste Teil der Strecke kommt ohnehin erst danach.

Aus der Inselmitte ist es noch einfacher. Von der Finca Sa Caseta in Lloseta sind es rund 500 Meter zum Bahnhof, von dort fährt der normale Regionalzug nach Palma. Dort steigt ihr am selben Platz in den historischen Zug um. Ein Tag ganz ohne Auto.

Noch näher dran: die Finca Sa Lino am Rand von Palma, sieben Kilometer bis in die Altstadt. Weitere Häuser, von denen aus Bus und Bahn gut erreichbar sind, findet ihr unter Finca Mallorca ohne Mietwagen. Wer noch einen Bergdorf-Tag anhängen will: Valldemossa liegt auf halbem Weg zwischen Palma und Sóller in den Bergen.

Und danach?

Nach einem Tag mit Zug, Straßenbahn und Orangensaft will niemand mehr in den Supermarkt. Lasst den Einkauf vom WOW MART in die Finca liefern, oder ruft über das rote Telefon den WOW CONCIERGE an, wenn ihr am Abend lieber bekocht werden wollt. Eine Nummer. Fast alles möglich.

Häufige Fragen zum Roten Blitz

Wie lange dauert die Fahrt mit dem Roten Blitz?

Von Palma nach Sóller knapp eine Stunde für rund 27 Kilometer. Mit der Straßenbahn bis Port de Sóller kommt noch eine kurze Fahrt dazu.

Wo fährt der Zug nach Sóller in Palma ab?

Am Bahnhof des Tren de Sóller an der Plaça d’Espanya, direkt neben dem großen Bus- und Bahnhof von Palma.

Fährt der Rote Blitz auch im Winter?

Nicht durchgehend. Die Bahn macht jedes Jahr eine Winterpause für Wartungsarbeiten, 2025/26 vom 24. November bis Anfang Februar 2026. Prüft die aktuellen Fahrzeiten vor dem Ausflug.

Wo sitzt man im Zug nach Sóller am besten?

Am Fenster. Weil die Strecke sich in Kehren ins Tal windet, wechselt der Blick die Seite. Beim Fotostopp am Mirador des Pujol d’en Banya könnt ihr aussteigen.

Kann man mit dem Zug nach Sóller auch Kinderwagen mitnehmen?

Die Waggons sind historisch und eng. Ein zusammenklappbarer Buggy ist die entspanntere Wahl. Den könnt ihr bei uns auch mieten und in die Finca liefern lassen.

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