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Strom, WLAN und Klimaanlage in der Finca: was auf Mallorca anders ist

Drei Klimaanlagen, ein Backofen, ein Föhn. Und dann ist es dunkel. Muss nicht sein.

Von Thorsten Kambach7 Min. Lesezeit

WOW FINCA Mallorca: Schlafzimmer einer Finca bei Consell mit Holzbalkendecke, Natursteinwand und offener Terrassentür in der Abendsonne
In diesem Beitrag 8 Abschnitte
  1. 01Warum in der Finca die Sicherung rausfliegt
  2. 02Strom weg: Was ihr jetzt tut
  3. 03Steckdosen und Ladegeräte
  4. 04WLAN auf dem Land: ehrlich gesagt
  5. 05Die Klimaanlage richtig nutzen
  6. 06Heizen im Winter: kurz und gezielt
  7. 07Passende Fincas
  8. ?Häufige Fragen

Es ist sieben Uhr abends, draußen 31 Grad. In drei Schlafzimmern laufen die Klimaanlagen, in der Küche der Backofen, im Bad der Föhn. Dann: Stille. Kein Summen, kein Licht, kein WLAN. Niemand hat etwas kaputt gemacht. Das Haus hat nur gesagt: Das reicht jetzt.

Kurz gesagt: Jedes Haus in Spanien hat eine vertraglich festgelegte Anschlussleistung, die potencia contratada. Laufen zu viele starke Geräte gleichzeitig, schaltet der Begrenzer im Zähler den Strom ab. Dann große Verbraucher aus, den Hauptschalter kurz aus- und wieder einschalten. Die Steckdosen sind dieselben wie in Deutschland, ihr braucht keinen Adapter. WLAN gibt es in fast jeder Finca, auf dem Land aber oft per Funk oder Satellit statt Glasfaser. Die Klimaanlage kühlt am besten bei geschlossenen Fenstern und 24 bis 25 Grad.

Strom und Internet auf einen Blick

  • Spannung230 Volt, 50 Hertz wie in Deutschland
  • SteckdosenTyp F (Schuko) und Typ C, kein Adapter nötig
  • Anschlussleistungje Haus fest vereinbart, z. B. 3,45 oder 5,75 kW
  • Strom weggroße Geräte aus, Hauptschalter 5 bis 10 Sekunden aus
  • KlimaanlageFenster zu, 24 bis 25 Grad
  • InternetGlasfaser, Richtfunk oder Satellit, je nach Lage

Warum in der Finca die Sicherung rausfliegt

In Deutschland ist ein Hausanschluss meist so großzügig, dass man über Strom nicht nachdenkt. In Spanien wählt jeder Haushalt mit seinem Vertrag eine feste Leistung, die potencia contratada. Die Stufen reichen von wenigen hundert Watt bis zu über 14 Kilowatt, gängig sind Werte wie 3,45, 4,6 oder 5,75 kW (Quelle: Verbraucherverband OCU). Je höher die Leistung, desto teurer der Grundpreis. Deshalb ist sie in Ferienhäusern nicht immer üppig bemessen.

Wird die Leistung überschritten, schaltet ein Begrenzer ab, der bei den meisten Häusern heute im digitalen Zähler sitzt. Der Zähler erkennt die Überlast und trennt die Versorgung, oft leuchtet dann eine rote Lampe (Quelle: Xataka). Die üblichen Verdächtigen sind:

  • mehrere Klimaanlagen gleichzeitig, besonders beim Anlaufen
  • Backofen und Herd
  • Föhn, Glätteisen, Wasserkocher
  • Waschmaschine, Trockner, Spülmaschine
  • Poolheizung, wo es eine gibt

Die Lösung ist kein Verzicht, sondern Reihenfolge. Erst die Wäsche, dann der Backofen. Die Klimaanlagen in den Schlafzimmern einschalten, wenn das Abendessen fertig ist, nicht während der Ofen vorheizt.

Strom weg: Was ihr jetzt tut

  1. Kurz schauen, ob es nur euch betrifft. Sind die Nachbarhäuser oder die Straßenlampen auch dunkel, liegt es am Netz. Dann hilft nur warten. Bei Gewittern und Starkregen kommt das auf dem Land häufiger vor als in der Stadt, mehr dazu im Beitrag über Calima und Gota fría.
  2. Große Verbraucher ausschalten. Klimaanlagen, Backofen, Föhn, Waschmaschine.
  3. Zum Sicherungskasten, dem cuadro eléctrico. Den Hauptschalter für 5 bis 10 Sekunden aus- und wieder einschalten. Danach setzt sich der Begrenzer im Zähler in der Regel selbst zurück (Quelle: Xataka).
  4. Fehlerstromschalter prüfen. Ist nicht der Hauptschalter, sondern der Schalter mit der Testtaste gefallen, liegt eher ein Defekt vor, oft an einem Gerät oder einer Außenleuchte nach Regen. Einmal einschalten. Fällt er sofort wieder, nicht weiter probieren.
  5. Anrufen. Wenn es nicht wieder angeht, kümmern wir uns.

Denkt dabei an das Wasser: In Fincas mit Zisterne oder Brunnen läuft die Pumpe mit Strom. Kein Strom heißt dann auch kein Wasserdruck. Wie die Wasserversorgung funktioniert, steht in Wasser in der Finca auf Mallorca. Eine Taschenlampe pro Schlafzimmer ist auf dem Land keine Panikmache, sondern gesunder Menschenverstand.

Steckdosen und Ladegeräte

Gute Nachricht für alle aus Deutschland und Österreich: Spanien hat 230 Volt und dieselben Steckdosen, Typ F, auch Schuko genannt, sowie Typ C für flache Eurostecker. Ihr braucht keinen Adapter. Gäste aus der Schweiz brauchen einen für ihre dreipoligen Stecker, aus Großbritannien ohnehin.

Was ihr eher braucht: eine Mehrfachsteckdose. In alten Steinhäusern sind Steckdosen manchmal rar, und abends wollen zehn Handys, zwei Tablets und eine Kamera gleichzeitig geladen werden. Sie gehört auf die Packliste für die Finca. Ein Elektroauto bitte nicht ohne Absprache an einer normalen Haussteckdose laden. Das überfordert nicht nur den Anschluss, sondern oft auch die Leitung.

WLAN auf dem Land: ehrlich gesagt

Fast jede Finca hat WLAN. Wie schnell es ist, hängt aber an der Lage, nicht am Haus. In Orten liegt meist Glasfaser. Wer am Ende eines Feldwegs wohnt, ist dagegen oft über Richtfunk angebunden, eine kleine Antenne auf dem Dach, die das Signal von einem Sendemast holt, oder über Satellit wie Starlink. Beides reicht für Surfen, Musik und Videotelefonie. Wenn aber abends zehn Leute gleichzeitig Serien streamen, wird es zäh.

  • Router suchen, nicht umstellen. Dicke Steinmauern schlucken WLAN. Am Pool ist der Empfang oft schwächer als im Wohnzimmer.
  • Filme vorher laden. Für die Kinder am Regentag, für die Rückfahrt im Auto.
  • Mobilfunk als Reserve. In der EU telefoniert und surft ihr zu Inlandsbedingungen.
  • Nicht den Stecker ziehen. Satellitenanlagen und Funk-Router brauchen nach einem Neustart manchmal mehrere Minuten.

Wer im Urlaub arbeiten muss, sollte nicht auf Glück setzen, sondern vor der Buchung nach Verbindung und Speedtest fragen. Alles dazu steht in Workation auf Mallorca.

Die Klimaanlage richtig nutzen

Die meisten Fincas haben Klimaanlagen, nicht immer in jedem Raum. Häufig hängen sie in den Schlafzimmern, im Wohnraum sorgen dicke Mauern und Ventilatoren für Kühle. So kühlt sie, ohne gegen die Sicherung zu arbeiten:

  • Fenster und Türen zu. Eine Klimaanlage bei offener Terrassentür kühlt die Terrasse. Das ist nett, aber nicht ihr Job.
  • 24 bis 25 Grad. Die spanische Energieagentur IDAE nennt tagsüber 25 Grad als optimale Komforttemperatur (Quelle: que.es). Bei 31 Grad draußen fühlt sich das kühl an. 18 Grad bringen nicht schneller Kühle, nur mehr Verbrauch und eine Erkältung.
  • Fensterläden tagsüber schließen. So machen es die Mallorquiner seit Jahrhunderten. Abends, wenn es draußen abkühlt, Läden und Fenster auf und lüften.
  • Aus, wenn alle am Strand sind. Nach der Rückkehr kühlt der Raum in wenigen Minuten herunter.
  • Nachts den Schlafmodus nutzen, wenn die Fernbedienung einen hat. Ein Ventilator ist leiser und für viele angenehmer.

Dass außen am Gerät Wasser tropft, ist normal. Das ist Kondenswasser aus der Raumluft.

Heizen im Winter: kurz und gezielt

Viele Klimaanlagen können auch heizen. Für ein paar kühle Abende im Frühjahr oder Herbst reicht das: morgens eine halbe Stunde, abends vor dem Schlafengehen. Die Luft wird dabei allerdings trocken. Wer im Winter länger bleibt, braucht ein Haus mit richtiger Heizung, also Zentral- oder Fußbodenheizung, und am besten einen Kamin. Worauf ihr dann achten solltet und wie Strom und Heizung abgerechnet werden, steht in Überwintern auf Mallorca in der Finca. Häuser für die kühle Jahreszeit findet ihr unter Finca Mallorca im Winter.

Übrigens: Ob Strom im Mietpreis enthalten ist oder nach Verbrauch abgerechnet wird, ist von Haus zu Haus verschieden, besonders im Winter und bei beheizten Pools. Das steht beim Haus oder wir sagen es euch vorher. Was sonst zum Preis einer Finca gehört, erklärt Was kostet eine Finca auf Mallorca?.

Passende Fincas

Für lange Abende im Winter ist das Ferienhaus Grandina bei Ariany gemacht, mit Zentralheizung, Kaminen und zwei getrennten Wohnbereichen für bis zu 16 Gäste. Für den Sommer hat das Ferienhaus Caridad in Consell Klimaanlage, fünf Schlafzimmer mit eigenem Bad und einen kindersicheren Salzwasserpool. Und in der Finca Can Mir bei Búger trifft ein Haus aus dem 16. Jahrhundert auf Klimaanlage. Mehr Häuser: Fincas in der Inselmitte.

Grandina Holiday Home

Ariany · Island centreUp to 16 guests

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Consell · Island centreUp to 10 guests

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Die Sicherung fliegt zum dritten Mal, das WLAN streikt vor dem wichtigen Videocall oder die Klimaanlage tropft innen statt außen: Hebt den Hörer des roten Telefons ab. Wir kümmern uns mit dem Eigentümer darum und schicken, wenn nötig, jemanden vorbei.

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Häufige Fragen

Welche Steckdosen gibt es auf Mallorca?

Dieselben wie in Deutschland: Typ F, auch Schuko genannt, und Typ C für flache Eurostecker, bei 230 Volt. Ein Adapter ist für Geräte aus Deutschland und Österreich nicht nötig.

Brauche ich auf Mallorca einen Reiseadapter?

Aus Deutschland und Österreich nicht. Gäste aus der Schweiz brauchen einen für dreipolige Stecker, Gäste aus Großbritannien ebenfalls. Praktischer ist eine Mehrfachsteckdose.

Warum fliegt in der Finca ständig die Sicherung raus?

Spanische Häuser haben eine vertraglich festgelegte Anschlussleistung. Laufen Klimaanlagen, Backofen, Föhn und Waschmaschine gleichzeitig, schaltet der Begrenzer ab. Große Geräte ausschalten, den Hauptschalter kurz aus- und wieder einschalten und Verbraucher nacheinander nutzen.

Wie gut ist das WLAN in Fincas auf Mallorca?

Das hängt von der Lage ab. In Orten gibt es meist Glasfaser, auf dem Land oft Richtfunk oder Satellit wie Starlink. Für Surfen und Videocalls reicht das in der Regel, wer arbeiten muss, fragt vor der Buchung nach einem Speedtest.

Auf wie viel Grad sollte man die Klimaanlage stellen?

Auf 24 bis 25 Grad, bei geschlossenen Fenstern und Türen. Die spanische Energieagentur IDAE nennt tagsüber 25 Grad als optimale Komforttemperatur. Niedriger kühlt nicht schneller, sondern verbraucht nur mehr Strom.

Kann man in der Finca mit der Klimaanlage heizen?

Viele Klimaanlagen haben eine Heizfunktion. Für kühle Abende im Frühjahr und Herbst reicht das. Für längere Aufenthalte im Winter braucht ihr ein Haus mit Zentral- oder Fußbodenheizung.