Ihr geht durch ein Stadttor aus dem Mittelalter, biegt zweimal ab und steht zwischen Mauerresten, die schon alt waren, als die Stadtmauer gebaut wurde. Zehn Minuten später sitzt ihr auf einer Plaça im Schatten und bestellt einen Café con leche.
Alcúdia, oft auch ohne Akzent Alcudia geschrieben, ist die Stadt im Norden Mallorcas mit der vielleicht dichtesten Geschichte pro Quadratmeter. Kurz gesagt: Die wichtigsten Alcúdia Sehenswürdigkeiten sind die mittelalterliche Stadtmauer, die römische Stadt Pollentia mit ihrem Theater, der Wochenmarkt am Dienstag und Sonntag und die Halbinsel La Victòria mit Einsiedelei und Aussichtsbergen. Dazu kommt ein langer, flacher Stadtstrand. Hier lest ihr, was sich lohnt, wie viel Zeit ihr braucht und wann es besser ist, woanders zu sein.
Alcúdia Sehenswürdigkeiten: Altstadt und Stadtmauer
Die Altstadt ist fast vollständig von einer Mauer umschlossen. Mit dem Bau wurde 1298 begonnen, fertig war sie Mitte des 14. Jahrhunderts. Sie sollte die Stadt vor Angriffen vom Meer schützen. Heute schützt sie vor allem vor dem Gefühl, in einem gewöhnlichen Badeort zu sein.
- Die Tore: Die Porta del Moll, das Tor zum Hafen, und die Porta de Sant Sebastià sind die bekanntesten Zugänge.
- Auf der Mauer: Teile der Mauer sind begehbar. Von oben seht ihr über die Dächer bis zu den Bergen.
- In den Gassen: Sandsteinhäuser, kleine Plätze, Cafés und Läden. Die Altstadt ist kompakt, eine Runde schafft ihr in einer Stunde, mit Pausen natürlich länger.
Am Rand der Altstadt steht die große Pfarrkirche Sant Jaume, eng an den Mauerring gebaut. Im Sommer feiert die Stadt Anfang Juli ihr Fest zu Ehren des Heiligen über mehrere Tage.
Pollentia und das römische Theater
Direkt vor der Stadtmauer liegt das eigentliche Highlight: Pollentia, die römische Stadt. Nach der Eroberung Mallorcas im Jahr 123 v. Chr. gegründet, war sie eine der wichtigsten Siedlungen der Römer auf den Balearen. Ausgegraben wird seit den 1920er-Jahren, und die Arbeit ist bis heute nicht fertig.
Zu sehen sind drei Bereiche:
- Sa Portella: ein Wohnviertel mit Grundmauern römischer Häuser.
- Das Forum: das öffentliche Zentrum mit Tempel- und Ladenresten.
- Das Teatre Romà: ein kleines römisches Theater, teils direkt in den Fels gearbeitet, etwas abseits Richtung Port d'Alcúdia gelegen.
Die Funde, von Münzen bis zu Statuen, zeigt das Museu Monogràfic de Pollentia nahe der Kirche in der Altstadt. Ehrlich gesagt: Wer sich nichts aus Steinen macht, wird hier keine Offenbarung erleben. Wer sich vorstellen kann, wie vor zweitausend Jahren in diesen Gassen eingekauft wurde, schon. Und Kinder finden ein echtes römisches Theater oft spannender als jede Erklärung dazu.
Der Wochenmarkt: dienstags und sonntags
Zweimal pro Woche, am Dienstag und Sonntag vormittags, füllt sich die Altstadt mit Ständen. Obst, Gemüse, Käse, Lederwaren, Keramik, Kleidung. Der Markt ist ganzjährig und einer der bekanntesten im Norden.
Der Haken: Er ist beliebt. An Markttagen sind die Parkplätze rund um die Altstadt früh voll. Wer nach zehn Uhr kommt, sucht lange oder läuft weit. Unser Rat: früh da sein oder gleich an einem anderen Tag in Ruhe durch die Gassen gehen. Einen Überblick über die Märkte der ganzen Insel findet ihr unter Wochenmärkte auf Mallorca.
Port d'Alcúdia oder Altstadt: zwei verschiedene Welten
Alcúdia besteht aus zwei Teilen, die nur wenige Minuten auseinanderliegen. Die Altstadt mit Mauer, Markt und Römern. Und Port d'Alcúdia am Wasser, mit Jachthafen, Promenade, Restaurants und Hotels.
Am Hafen beginnt die Platja d'Alcúdia, ein langer, heller Sandstrand mit sehr flachem Wasser, der in die Playa de Muro übergeht. Für Familien mit kleinen Kindern ist er ideal, für Menschen, die Einsamkeit suchen, eher nicht. Im Sommer reiht sich hier Liege an Liege. Weiter östlich Richtung Bonaire wird es kleiner und ruhiger, mehr dazu im Beitrag zu Bonaire auf Mallorca.
Halbinsel La Victòria: Ermita, Aussicht und Wanderwege
Wer genug Geschichte gesehen hat, fährt auf die Halbinsel La Victòria. Die Straße führt an der Küste entlang bis zur Ermita de la Victòria, einer alten Einsiedelei zwischen Pinien, mit Blick über die Bucht von Pollença. Das heutige Gebäude stammt im Kern aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Gleich oberhalb liegt ein Ausflugsrestaurant mit Meerblick.
- Talaia d'Alcúdia: Mit rund 440 Metern der höchste Punkt der Halbinsel. Von der Ermita aus seid ihr etwa zwei Stunden unterwegs, auf einem Bergweg, für den ihr trittsicher sein solltet.
- Penya des Migdia: Der zweite Aussichtsberg über der Ermita. Ebenfalls ein Bergweg, auf Nebenrouten wie zur Penya Roja gibt es ausgesetzte, mit Ketten gesicherte Stellen. Nichts für kleine Kinder und Höhenangst.
- Platja des Coll Baix: Eine Kiesbucht, die nur zu Fuß oder per Boot erreichbar ist. Steiler Abstieg, steiler Rückweg.
Öffentliche Busse fahren nicht hinauf. An der Ermita gibt es einen Parkplatz, der an Sommerwochenenden voll sein kann. Weitere Touren auf der Insel stehen in Wandern auf Mallorca.
Wohnen in und um Alcúdia
Wer Alcúdia nicht nur besuchen, sondern hier wohnen will, schaut sich das Stadthaus Murallas an, ein Stadthaus in Alcúdia für bis zu 6 Gäste. Markt am Dienstag heißt dann: Brötchen holen und gleich die Pfirsiche mitnehmen.
Mehr Platz bietet die Finca Bellmar bei Alcúdia für bis zu 12 Gäste. Näher am Wasser liegt die Villa Montelago in Port d'Alcúdia, ausgelegt für bis zu 8 Gäste. Alle Häuser in der Gegend und was bei der Wahl zählt, zeigt die Seite Fincas in Alcúdia.
Unser Rat: So plant ihr Alcúdia
- Halber Tag reicht für Altstadt, Mauer und Pollentia. Morgens starten, mittags auf einer Plaça essen.
- Markttag bewusst wählen: Dienstag und Sonntag für Stimmung, andere Tage für Ruhe.
- Im Sommer Hitze bedenken: Pollentia hat kaum Schatten. Früh hingehen, Hut mitnehmen.
- Mit Kindern: Römisches Theater, Mauerrundgang und danach Platja d'Alcúdia. Das ist ein Tag ohne Gemecker.
- Für Aktive: Ein Morgen auf der Talaia d'Alcúdia, ein Nachmittag im flachen Wasser.
Häufige Fragen
Was sind die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Alcúdia?
Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Alcúdia sind die mittelalterliche Stadtmauer mit der Porta del Moll, die römische Stadt Pollentia mit Forum und Theater, das Museu Monogràfic de Pollentia, die Kirche Sant Jaume und die Ermita de la Victòria auf der Halbinsel La Victòria.
Wann ist Markt in Alcúdia?
Der Wochenmarkt in der Altstadt von Alcúdia findet ganzjährig dienstags und sonntags am Vormittag statt, etwa von 8 bis 13:30 Uhr. An Markttagen sind die Parkplätze rund um die Altstadt früh belegt.
Kann man auf der Stadtmauer von Alcúdia laufen?
Ja, Teile der Stadtmauer sind begehbar. Die Mauer wurde ab 1298 gebaut und umschließt die Altstadt bis heute fast vollständig. Von oben habt ihr einen Blick über die Dächer und die Umgebung.
Was ist Pollentia?
Pollentia ist die römische Stadt, die nach der Eroberung Mallorcas 123 v. Chr. bei Alcúdia gegründet wurde. Zu besichtigen sind das Wohnviertel Sa Portella, das Forum und ein kleines römisches Theater. Die Fundstücke zeigt das Museum in der Altstadt.
Was ist der Unterschied zwischen Alcúdia und Port d'Alcúdia?
Alcúdia ist die ummauerte Altstadt mit Markt und römischen Ausgrabungen. Port d'Alcúdia ist der wenige Minuten entfernte Hafen- und Badeort mit Jachthafen, Promenade, Hotels und dem langen Strand Platja d'Alcúdia.
Wie lange dauert die Wanderung auf die Talaia d'Alcúdia?
Von der Ermita de la Victòria auf die rund 440 Meter hohe Talaia d'Alcúdia seid ihr etwa zwei Stunden unterwegs. Der Weg ist ein Bergwanderweg, für den ihr trittsicher sein solltet. Im Sommer früh starten, es gibt wenig Schatten.




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