Ihr lauft hinein, lauft weiter, und das Wasser reicht immer noch nur bis zu den Knien. Hinter euch Pinien und Dünen, vor euch die Bucht von Alcúdia. Die Kinder bauen, die Erwachsenen lesen, und niemand muss ständig rufen, wo wer gerade ist.

Playa de Muro (katalanisch Platja de Muro) ist der lange Sandstrand im Norden Mallorcas zwischen Port d'Alcúdia und Can Picafort. Kurz gesagt: Wer feinen hellen Sand, sehr flaches Wasser und kurze Wege mit Kindern sucht, ist hier richtig. Wer Ruhe sucht, geht ein paar hundert Meter weiter nach Süden, Richtung Es Comú. Dieser Beitrag erklärt, welcher Abschnitt für wen passt, was der Naturpark S'Albufera dahinter bietet und wann es eng wird.

Playa de Muro: der Strand im Überblick

Insgesamt zieht sich der Strand rund sieben Kilometer an der Bucht von Alcúdia entlang. Er beginnt dort, wo die Platja d'Alcúdia endet, und läuft bis kurz vor Can Picafort. Der Boden fällt sehr sanft ab, das Wasser bleibt weit hinaus flach. Für Familien mit kleinen Kindern ist das der eigentliche Grund, hierherzukommen.

Eine Strandpromenade gibt es nicht. Zwischen Straße und Sand liegen Dünen und lockere Pinien, was den Strand natürlicher wirken lässt als viele andere Badeorte. Das bedeutet aber auch: Die Infrastruktur sitzt in den Hotels und Strandbars, nicht an einer Flaniermeile.

Wer erst einmal wissen will, welche Strände im Norden überhaupt in Frage kommen, findet den Vergleich im Beitrag Strände im Norden Mallorcas. Hier geht es nur um diesen einen, sehr langen Strand.

Die Abschnitte: Hotelzone, ruhige Mitte, Es Comú

Playa de Muro ist nicht überall gleich. Grob lassen sich vier Teile unterscheiden:

  • Der Abschnitt Richtung Port d'Alcúdia: Der am stärksten bebaute Teil mit großen Hotels, Liegen, Schirmen, Rettungsschwimmern in der Saison und Wassersport wie Parasailing oder Bananenboot. Praktisch, aber selten still.
  • Der mittlere Abschnitt: Ab etwa der Mündung des Siurana-Kanals wird es lockerer. Weniger Hotels, mehr Ferienhäuser und Sommerwohnungen, etwas mehr Platz für das eigene Handtuch.
  • Es Comú: Der Teil, für den viele Stammgäste wiederkommen. Keine Gebäude, keine Liegen, keine Strandbar. Dünen mit Pinien, sehr klares Wasser, ein schmalerer Strand. Er gehört zum Schutzgebiet von S'Albufera, Teile der Dünen sind abgesperrt und sollen nicht betreten werden. Hin kommt ihr nur zu Fuß.
  • Es Capellans: Ein kurzes Stück kurz vor Can Picafort, wieder mit Liegen, Strandbars und Restaurants.

Unser Eindruck: Die Hotelzone ist gut für einen unkomplizierten Badetag mit allem Drum und Dran. Es Comú ist gut für Menschen, die Sand, Wasser und Schatten selbst mitbringen und dafür einen Strand bekommen, der noch nach Strand aussieht.

Naturpark S'Albufera: Vögel, Radwege und Stille direkt hinter dem Strand

Gleich hinter dem Strand liegt das größte Feuchtgebiet der Balearen. Der Parc Natural de s'Albufera ist seit 1988 Naturpark und umfasst rund 1.650 Hektar Lagunen, Kanäle und Schilf. Ornithologen haben hier weit über 200 Vogelarten beobachtet. Für Kinder heißt das ganz konkret: Reiher, Enten und Watvögel aus nächster Nähe, ohne dass jemand ein Fernglas erklären muss.

So funktioniert der Besuch:

  • Der Eintritt ist kostenlos. Ihr meldet euch aber vorher im Besucherzentrum Sa Roca an, etwa einen Kilometer hinter dem Eingang.
  • Der Eingang liegt an der Straße zwischen Port d'Alcúdia und Can Picafort, bei der Brücke Pont dels Anglesos. Am Eingang gibt es einen Parkplatz, in den Park selbst kommt ihr zu Fuß oder mit dem Rad.
  • Mehrere markierte Rundwege starten am Besucherzentrum, von gut fünf bis etwa acht Kilometern Länge. Einige eignen sich gut zum Radfahren, dazu kommen Beobachtungsstellen am Wasser.
  • Der Park ist fast das ganze Jahr täglich geöffnet. Die genauen Zeiten wechseln zwischen Sommer und Winter, also vorher kurz prüfen.

Ehrlich gesagt: Im Hochsommer ist es auf den Wegen mittags heiß und es gibt Mücken. Morgens oder am späten Nachmittag ist der Park am schönsten, im Frühjahr und Herbst sowieso.

Parken, Anfahrt und Saison: wo es eng wird

Parallel zum Strand verläuft die Hauptstraße. An ihr und in den Seitenstraßen wird geparkt, weiter Richtung Can Picafort gibt es ausgewiesene Parkplätze. Im Juli und August sind die strandnahen Plätze am Vormittag schnell belegt. Wer früh kommt, parkt entspannter und findet auch in der Hotelzone noch freie Meter Sand.

  • Juli und August: Volle Hotels, volle Liegenreihen im vorderen Abschnitt. Es Comú bleibt vergleichsweise luftig, weil man laufen muss.
  • Juni und September: Für viele die beste Zeit. Das Wasser ist warm, der Strand deutlich ruhiger.
  • Bei Wind: Die Bucht ist zum offenen Meer hin ausgerichtet. Bei kräftigem Ost- oder Nordostwind kann es Wellen und angespülte Seegrasbänke geben.

Wann sich welche Reisezeit lohnt, beschreiben wir ausführlicher in Beste Reisezeit für Mallorca.

Wohnen an der Playa de Muro: Hotelzone oder eigenes Haus

Ein großer Teil der Betten an diesem Strand gehört zu großen Hotels. Das ist bequem, aber eben auch: Frühstücksbuffet mit sehr vielen anderen Gästen und ein Pool, an dem morgens schon die Handtücher liegen.

Die Alternative ist ein Haus für euch allein. Die Villa Albufera liegt direkt in Platja de Muro und ist für bis zu 6 Gäste ausgelegt. Strand, Naturpark und Supermarkt sind damit Alltag statt Ausflug. Wer etwas mehr Platz braucht, schaut sich die Finca Aurelio in Can Picafort an, für bis zu 8 Gäste, am südlichen Ende derselben Bucht.

Weitere Häuser in Strandnähe findet ihr unter Fincas auf Mallorca am Meer, speziell für Familien unter Fincas für Familien. Und wenn ihr den ganzen Norden im Blick haben wollt: Fincas im Norden Mallorcas.

Unser Rat: Für wen passt welcher Abschnitt?

  • Familien mit Kleinkindern: Hotelzone oder mittlerer Abschnitt. Flaches Wasser, Toiletten und Eis in Reichweite, Rettungsschwimmer in der Saison.
  • Paare und Ruhesuchende: Es Comú. Eigenen Schirm, Wasser und Proviant mitnehmen, es gibt dort nichts zu kaufen.
  • Naturfreunde und Radfahrer: Morgens S'Albufera, nachmittags baden. Die Kombination ist das Besondere an diesem Strand.
  • Wer abends ausgehen will: Port d'Alcúdia oder Can Picafort. Die Playa de Muro selbst ist abends eher ruhig.
  • Wer mehr Abwechslung braucht: In Can Picafort gibt es einen Ortskern mit Hafen und Promenade. Mehr dazu in unserem Beitrag zu Can Picafort.

Häufige Fragen

Wie lang ist die Playa de Muro?

Die Playa de Muro ist rund sieben Kilometer lang und liegt in der Bucht von Alcúdia zwischen Port d'Alcúdia und Can Picafort. Sie besteht aus mehreren Abschnitten, von der bebauten Hotelzone bis zum naturbelassenen Strand Es Comú.

Ist die Playa de Muro für Kinder geeignet?

Ja, sie gilt als einer der familienfreundlichsten Strände Mallorcas. Der Sand ist fein, der Boden fällt sehr flach ab und das Wasser bleibt weit hinaus niedrig. In der Saison sind im vorderen Abschnitt Rettungsschwimmer im Einsatz.

Wo ist die Playa de Muro am ruhigsten?

Am ruhigsten ist der Abschnitt Es Comú zwischen der Hotelzone und Can Picafort. Dort gibt es keine Gebäude, keine Liegen und keine Strandbars, nur Dünen und Pinien. Der Abschnitt gehört zum Schutzgebiet von S'Albufera und ist nur zu Fuß erreichbar.

Was kostet der Eintritt in den Naturpark S'Albufera?

Der Eintritt in den Parc Natural de s'Albufera ist kostenlos. Ihr müsst euch aber vor dem Besuch im Besucherzentrum Sa Roca anmelden. Hinein geht es zu Fuß oder mit dem Fahrrad, Autos bleiben am Parkplatz am Eingang.

Wo parkt man an der Playa de Muro?

Geparkt wird entlang der Hauptstraße parallel zum Strand, in den Seitenstraßen und auf ausgewiesenen Parkplätzen weiter Richtung Can Picafort. Im Juli und August sind die strandnahen Plätze vormittags schnell belegt, früh kommen lohnt sich.

Ist Playa de Muro dasselbe wie Platja de Muro?

Ja. Platja de Muro ist der katalanische Name, Playa de Muro der spanische. Gemeint ist derselbe Strand und auch die gleichnamige Urlaubssiedlung, die zur Gemeinde Muro gehört.

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