Am Cap de Formentor hört Mallorca auf und das Staunen fängt an. Eine Straße, die sich über die Klippen schlängelt, ein Leuchtturm hoch über dem Meer und ein Blick, für den man eigentlich Eintritt verlangen müsste.
Ganz so einfach wie früher ist der Besuch allerdings nicht mehr. Im Sommer ist die Straße für private Autos über weite Strecken gesperrt, und wer das nicht weiß, steht vor der Schranke oder bekommt Post von der Verkehrsbehörde. Hier steht, wie ihr hinkommt, wann es sich lohnt und was ihr unterwegs nicht verpassen solltet.
Was ist das Cap de Formentor?
Die Halbinsel Formentor ist der äußerste Norden Mallorcas, zwischen der Bucht von Pollença und der offenen See. Von Port de Pollença führt eine kurvige Straße rund 20 Kilometer bis zum Leuchtturm an der Spitze. Unterwegs: steile Felswände, Kiefern, kleine Buchten und Aussichtspunkte, an denen jeder zweite Mietwagen eine Vollbremsung macht.
Die Highlights auf dem Weg zum Leuchtturm
Mirador es Colomer
Der erste große Halt auf der Halbinsel. Eine Aussichtsplattform mit Geländer auf einem Felsvorsprung, darunter fällt die Küste steil ins Meer. Wer noch ein Stück höher will, nimmt den kurzen Abstecher zur Talaia d'Albercutx, einem alten Wachturm mit noch weiterem Rundumblick.
Platja de Formentor
Ein langer, heller Sandstrand mit Kiefern bis fast ans Wasser und Blick über die Bucht. Der Strand ist öffentlich, auch wenn direkt dahinter das traditionsreiche Hotel Formentor liegt. Früh am Morgen oder am späten Nachmittag habt ihr ihn fast für euch.
Cala Figuera und Cala Murta
Zwei kleinere Buchten weiter draußen, beide nur über Fußwege erreichbar. Cala Figuera ist steinig und wild, Cala Murta ruhiger und von Kiefern umgeben. Feste Schuhe und Wasser mitnehmen.
Der Leuchtturm von Formentor
Seit 1863 steht er rund 200 Meter über dem Meer an der äußersten Spitze. Der Blick reicht an klaren Tagen weit über das Meer. Rechnet nicht mit großem Service vor Ort: Wer Hunger hat, nimmt besser selbst etwas mit.
Anfahrt: Auto, Bus oder Fahrrad?
Die Sommer-Sperrung
2026 galt die Regelung vom 15. Mai bis zum 18. Oktober, täglich von 10 bis 22 Uhr. In dieser Zeit ist die Straße vom Strand Formentor bis zum Leuchtturm für private Autos, Motorräder und Mietwagen gesperrt. Bis zum Strand dürft ihr nur fahren, solange der offizielle Parkplatz dort freie Plätze hat; ist er voll, geht eine Schranke runter. Kameras kontrollieren, wer unerlaubt einfährt, bekommt ein Bußgeld. Ausgenommen sind unter anderem Linienbusse, Taxis, Radfahrer, Wanderer und Anwohner. Die Termine für 2027 stehen noch nicht fest – prüft sie vor eurem Urlaub.
Mit dem Bus 334
Während der Sperrzeit fährt die TIB-Linie 334 von Alcúdia über Port de Pollença bis zum Leuchtturm. Sie hält unter anderem am Mirador es Colomer, an der Platja de Formentor und an Cala Figuera und Cala Murta. Ab Port de Pollença dauert die Fahrt rund 50 Minuten. Zahlt am besten mit Bankkarte. Fahrplan und Preise stehen aktuell auf der Seite der TIB.
Mit dem eigenen Auto
Außerhalb der Sperrzeiten – also im Sommer vor 10 und nach 22 Uhr und in der Nebensaison den ganzen Tag – dürft ihr wieder selbst fahren. Wer im Sommer früh zum Leuchtturm will, muss den gesperrten Abschnitt vor 10 Uhr wieder verlassen haben. Im Herbst, Winter und Frühling ist Formentor deshalb ein ganz entspannter Ausflug. Tipps zum Fahren auf der Insel stehen in unserem Beitrag über den Mietwagen auf Mallorca.
Mit dem Rad oder zu Fuß
Radfahrer und Wanderer dürfen jederzeit durch. Die Strecke ist anspruchsvoll, mit vielen Höhenmetern und wenig Schatten. Im Hochsommer daher nur früh am Morgen.
Die beste Zeit für Formentor
Am schönsten ist das Kap am frühen Morgen oder zum Sonnenuntergang, wenn die Felsen golden werden und die Busse leerer sind. In der Nebensaison habt ihr die Straße fast für euch. Wer im Norden wohnt, kann Formentor locker mit einem Strandtag verbinden – Ideen dafür gibt es in unserem Beitrag zu den Stränden im Norden Mallorcas.
Die Finca als Basislager im Norden
Je näher ihr an Port de Pollença wohnt, desto entspannter wird der Ausflug. Die Finca Palma Papa bei Cala Sant Vicenç liegt rund 5 Kilometer vom Hafen entfernt, für bis zu 12 Gäste, mit einem Pool von etwa 10 × 6 Metern. Die Casa Llum steht mitten in Pollença, rund 200 Meter vom Hauptplatz. Und die Finca Es Lledoner liegt knapp 3 Kilometer vor Pollença auf fast 68.000 m² zwischen Bergen und Olivenhainen – mit Fahrradraum für alle, die das Kap mit eigener Kraft erobern wollen.
Mehr Häuser in der Gegend findet ihr unter Finca in Pollença und Finca im Norden Mallorcas. Und wenn ihr schon da seid: Die Altstadt von Pollença ist einen eigenen Tag wert – unser Beitrag Pollença an einem Tag zeigt, wie.
Häufige Fragen
Kann man mit dem Auto zum Leuchtturm von Formentor fahren?
Ja, außerhalb der Sperrzeiten. 2026 war die Straße vom 15. Mai bis 18. Oktober täglich von 10 bis 22 Uhr für private Fahrzeuge gesperrt. Außerhalb dieser Zeiten und in der Nebensaison dürft ihr selbst fahren.
Wie kommt man im Sommer zum Cap de Formentor?
Mit dem Bus 334 ab Alcúdia oder Port de Pollença, mit dem Taxi, mit dem Fahrrad oder zu Fuß. Bis zum Strand Formentor geht es mit dem Auto nur, solange der Parkplatz dort nicht voll ist.
Wie lange braucht man für einen Ausflug nach Formentor?
Plant einen halben Tag für Aussichtspunkte und Leuchtturm, einen ganzen Tag mit Strand oder einer Wanderung zu den Buchten.
Wann ist die beste Zeit für Formentor?
Früh am Morgen, zum Sonnenuntergang und in der Nebensaison. Dann sind weniger Menschen unterwegs und das Licht ist am schönsten.




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