Kurz gesagt: Die mallorquinische Küche ist eine Bäuerinnenküche aus Brot, Olivenöl, Gemüse, Schwein und Mandeln. Typische Gerichte sind Pa amb oli, Tumbet, Frit mallorquí, Sopes mallorquines, Arròs brut, Porcella, Coca de trempó, Sobrasada, Ensaïmada und Gató. Am besten esst ihr sie mittags im Dorfrestaurant beim Menú del día, in einem Celler oder selbst gekocht in der Finca.

Es gibt einen Satz, den man auf Mallorca häufiger hört, als man denkt: „Paella ist nicht von hier.“ Stimmt. Sie kommt aus Valencia, und man bekommt sie auf der Insel trotzdem überall. Die eigentliche Küche Mallorcas ist leiser. Sie wurde nicht für Restaurants erfunden, sondern für Familien, die mit dem auskommen mussten, was auf dem eigenen Land wuchs. Genau deshalb schmeckt sie so gut.

Was macht die mallorquinische Küche aus?

  • Brot. Kein Gericht ohne. Altes Brot wird nicht weggeworfen, sondern zur Suppe.
  • Olivenöl. Mallorca hat seine eigene geschützte Herkunftsbezeichnung, das Oli de Mallorca.
  • Schwein. Früher wurde in fast jedem Haus im Winter geschlachtet, die Matança. Daraus entstanden Sobrasada und Botifarró.
  • Gemüse aus dem Garten. Tomaten, Paprika, Auberginen, Kartoffeln, Zwiebeln. Was gerade reif ist.
  • Mandeln. In Kuchen, in Eis, in Gebäck. Im Februar blühen sie, im Spätsommer werden sie geerntet. Mehr dazu in Mandelblüte auf Mallorca.

Zwölf Gerichte, die ihr probieren solltet

1. Pa amb oli

Das Grundnahrungsmittel der Insel und die beste Antwort auf die Frage, was man um 17 Uhr essen soll. Dunkles Bauernbrot, eingerieben mit einer reifen Ramellet-Tomate, viel Olivenöl, Salz. Dazu Schinken, Käse, Oliven, eingelegte Kapern oder scharfe grüne Paprika, die Pebrots de cirereta. Klingt einfach. Ist es auch. Gerade deshalb muss alles gut sein.

2. Tumbet

Ein Gemüseauflauf in Schichten: gebratene Kartoffeln, Auberginen und rote Paprika, darüber eine Tomatensauce mit Knoblauch. Als Beilage zu Fleisch oder Fisch oder als eigenes Gericht. Im Sommer, wenn das Gemüse reif ist, am besten.

3. Frit mallorquí

Klein geschnittenes Lamm oder Schwein, oft mit Innereien, gebraten mit Kartoffelwürfeln, Paprika, Zwiebeln, Knoblauch und Fenchel. Ein Gericht von den Schlachtfesten, deftig und duftend. Wer bei „Innereien“ zögert: Es gibt auch Varianten ohne. Fragt einfach nach.

4. Sopes mallorquines

Keine Suppe im deutschen Sinn, sondern eher ein Eintopf mit sehr wenig Flüssigkeit. Dünne Scheiben von getrocknetem Brot werden mit einer Brühe aus Kohl und Gemüse übergossen. Ein Wintergericht, das satt macht und wärmt.

5. Arròs brut

„Schmutziger Reis“, benannt nach seiner dunklen Farbe. Ein Reisgericht mit viel Brühe, mit Fleisch, Gemüse, manchmal Pilzen und Gewürzen wie Zimt und Nelken. Das Gegenteil einer trockenen Paella, und auf Mallorca für viele das bessere Reisgericht.

6. Porcella

Spanferkel aus dem Ofen, mit knuspriger Haut. Traditionell ein Festtagsessen, besonders zu Weihnachten. In vielen Landrestaurants steht es aber das ganze Jahr auf der Karte. Wie der Jahreswechsel auf der Insel sonst gefeiert wird, steht in Silvester auf Mallorca.

7. Coca de trempó

Ein dünner Teigfladen, belegt mit Trempó, einem Salat aus grüner Paprika, Zwiebeln und Tomaten. Kalt gegessen, perfekt fürs Picknick. Gibt es in fast jeder Dorfbäckerei. Ihre süße Verwandte, die Coca de patata, holt man sich in Valldemossa.

Mallorquinischer Tapas-Teller mit Sobrasada, Käse, Oliven und Brot – typische mallorquinische Küche

8. Sobrasada

Die rote, streichfähige Paprikawurst ist das kulinarische Wahrzeichen der Insel und als Sobrasada de Mallorca geschützt. Man streicht sie aufs Brot, mit oder ohne Honig, brät sie an oder kocht mit ihr. Auf einem Toast mit Spiegelei ist sie das beste Frühstück nach einer langen Nacht.

9. Caragols

Schnecken, geschmort in einer würzigen Brühe mit Kräutern. Ein Gericht, an dem sich die Gäste scheiden. Wer es probiert, hat eine Geschichte fürs Abendessen.

10. Ensaïmada

Die spiralförmige Schnecke aus Hefeteig, gebacken mit Schweineschmalz, dem Saïm, der ihr den Namen gibt. Pur mit Puderzucker oder gefüllt mit Cabell d’àngel, einer Kürbiskonfitüre. Die großen Ensaïmadas in den runden Schachteln sieht man am Flughafen in jeder zweiten Hand. Aus gutem Grund.

11. Panades und Robiols

Das Ostergebäck der Insel. Panades sind kleine Pasteten, gefüllt mit Lamm, Erbsen oder Sobrasada. Robiols sind halbmondförmige Teigtaschen mit süßer Füllung. Wer im Frühjahr auf Mallorca ist, sollte in die Bäckereien schauen.

12. Gató mit Mandeleis

Ein saftiger Mandelkuchen ohne Mehl, oft mit einer Kugel Mandeleis serviert. Das Dessert, nach dem man auf Mallorca niemals Nein sagen sollte.

Und zum Trinken?

  • Wein: Mallorca hat zwei geschützte Weinbaugebiete, Binissalem und Pla i Llevant, und eigene Rebsorten wie Manto Negro und Callet. Alles dazu in Wein auf Mallorca.
  • Herbes: Der Kräuterlikör der Insel, süß, halbsüß oder trocken. Nach dem Essen, in kleinen Gläsern.
  • Palo: Ein bittersüßer Likör aus Chinarinde und Enzian, gern mit Soda als Aperitif.

Wo kann man auf Mallorca traditionell essen?

Mittags beim Menú del día

Die beste und günstigste Art, die Inselküche kennenzulernen. Unter der Woche bieten viele Dorfrestaurants mittags ein Menü mit Vorspeise, Hauptgericht, Dessert und oft einem Getränk an. Hier essen die Einheimischen. Hier gibt es Frit, Sopes und Arròs brut.

In einem Celler

Die alten Weinkeller, vor allem in Inca und den Dörfern der Inselmitte, sind oft zu Restaurants geworden. Große Fässer an den Wänden, lange Tische, deftige Küche. Ein Abend dort fühlt sich an wie eine Zeitreise mit Nachtisch.

Auf dem Markt

Sobrasada, Käse, Oliven, Brot und Coca bekommt ihr auf jedem Wochenmarkt. Wann wo Markt ist, steht in Wochenmärkte auf Mallorca.

Gató, mallorquinischer Mandelkuchen mit Orangen und Mandeleis

Mallorquinisch kochen in der Finca

Der größte Vorteil einer Finca: eine richtige Küche und ein Tisch, an dem alle Platz haben. Viele Gerichte der Inselküche sind für genau das gemacht. Ein Blech Tumbet für zwölf, eine Pfanne Frit, Pa amb oli für alle, die gerade vom Pool kommen.

  • Rezepte: Tumbet, Sobrasada-Tostadas, den mallorquinischen Tapas-Teller und Gató findet ihr Schritt für Schritt in unseren Rezepten, mit den Zutaten direkt zum Bestellen.
  • Zutaten: Sobrasada, Käse, Olivenöl und Brot liefert der WOW MART in die Finca. Welche Klassiker aus dem Supermarktregal ihr unbedingt probieren solltet, steht in Spanische Supermarkt-Klassiker.
  • Kochen lassen: Wer lieber am Tisch sitzt als am Herd, bucht einen Privatkoch, der in eurer Finca kocht. Wie so ein Abend abläuft, steht in Privatkoch in der Finca.

Und wenn ihr unbedingt wissen wollt, wo es das beste Frit im Umkreis gibt: Nehmt den Hörer des roten Telefons ab. Wir kennen da jemanden.

Häufige Fragen zur mallorquinischen Küche

Was ist typisch mallorquinisches Essen?

Pa amb oli, Tumbet, Frit mallorquí, Sopes mallorquines, Arròs brut, Sobrasada, Ensaïmada und Gató. Die Küche basiert auf Brot, Olivenöl, Gemüse, Schweinefleisch und Mandeln.

Ist Paella ein mallorquinisches Gericht?

Nein, Paella stammt aus Valencia. Auf Mallorca gibt es sie trotzdem fast überall. Das typisch mallorquinische Reisgericht ist der Arròs brut.

Was ist Pa amb oli?

Bauernbrot, eingerieben mit Tomate, beträufelt mit Olivenöl und gesalzen, meist mit Schinken, Käse und Oliven serviert. Es ist der Klassiker der Insel.

Was ist Tumbet?

Ein Gemüseauflauf aus gebratenen Kartoffeln, Auberginen und Paprika mit Tomatensauce. Er wird als Beilage oder als eigenes Gericht gegessen.

Wo isst man auf Mallorca am günstigsten traditionell?

Mittags unter der Woche beim Menú del día in einem Dorfrestaurant. Dort gibt es meist mehrere Gänge zu einem festen Preis.

Was bringt man von Mallorca kulinarisch mit nach Hause?

Klassiker sind Ensaïmada in der runden Schachtel, Sobrasada, Oli de Mallorca, Herbes und Wein aus Binissalem oder Pla i Llevant.

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