Manche Menschen haben Talent. Andere haben Gassi noch nicht kennengelernt.
Gassi hat Mallorquinisch gelernt, indem er morgens auf seinem Boot saß und den Fischern zuhörte. Er hat weder Vokabeln gepaukt noch eine einzige Grammatikregel gelernt. Irgendwann sprach er es einfach. Die Fischer waren vermutlich ebenso überrascht wie er selbst, wobei sich Gassi bis heute nicht erklären kann, was daran so erstaunlich sein soll. Man müsse den Leuten schließlich nur zuhören.

Mit dieser Haltung geht er seit einiger Zeit auch seiner Aufgabe für WOW FINCA nach. Er besucht unsere neuen Kooperationspartner auf Mallorca, lernt sie kennen und probiert persönlich aus, was wir unseren Gästen über den WOW Concierge anbieten möchten. Eine Tätigkeit, für die Gassi auf geradezu unverschämte Weise geeignet ist. Schließlich begegnet er grundsätzlich jedem Menschen auf Augenhöhe, unabhängig davon, ob dieser drei Michelin-Sterne besitzt, Weltmeister im irgendetwas ist oder morgens um sechs seinen Fisch aus dem Hafen zieht.
Diesmal führte ihn seine Arbeit zu Norman Messina von Enjoy Padel. Norman ist ein Mann, der Padel nicht nur spielt, sondern lebt. Er trainiert Anfänger und Fortgeschrittene, organisiert Camps und gehört zu den Menschen, die einen Ball so präzise schlagen können, dass man sich fragt, ob sie vorher mit ihm gesprochen haben. Gassi hatte noch nie Padel gespielt. Er wusste nicht einmal genau, was das ist. Beste Voraussetzungen also.
Norman nahm sich Zeit, erklärte die Regeln und zeigte seinem Gast, wie man den Schläger hält. Gassi schaute zu, nickte gelegentlich und fragte, ob die Glaswände wirklich zum Spiel gehörten. Norman bejahte das und demonstrierte einen ersten Schlag. Dann reichte er Gassi den Schläger. Was anschließend geschah, dürfte in der Geschichte des mallorquinischen Padelsports zumindest eine Fußnote verdienen. Gassi traf den ersten Ball perfekt, den zweiten noch besser und spielte beim dritten einen Lob, der so präzise hinter Norman landete, dass dieser kurz innehielt und sich nach möglichen Vorkenntnissen erkundigte. Gassi verneinte. Er habe ja gerade erst zugeschaut. Norman lächelte und machte weiter. Nach zehn Minuten lächelte er nicht mehr. Nach zwanzig Minuten spielte er ernsthaft. Nach dreißig Minuten versuchte er herauszufinden, ob Gassi möglicherweise unter falschem Namen angetreten war. Der Mann bewegte sich mit einer verblüffenden Ökonomie, spielte Winkel, die man eigentlich erst nach jahrelangem Training beherrscht, und schien bereits zu wissen, wohin der Ball kommen würde, bevor Norman ihn überhaupt geschlagen hatte. Dabei machte Gassi keinerlei Anstalten, seine Leistung besonders bemerkenswert zu finden. Er war schließlich beruflich hier und wollte wissen, ob Norman sein Handwerk verstand. Was er zweifellos tat, auch wenn es an diesem Vormittag nicht immer danach aussah.

Irgendwann fragte Norman, wie Gassi das mache. Gassi verstand die Frage nicht. Er habe doch eben gesehen, wie Norman spiele. Das sei ja nun wirklich nicht kompliziert. Norman versuchte ihm zu erklären, dass Menschen normalerweise Jahre benötigten, um ein solches Niveau zu erreichen. Gassi fand das erstaunlich. Das erinnere ihn an die Sache mit dem Mallorquinischen. Damals habe er morgens auf seinem Boot gesessen und den Fischern zugehört. Irgendwann habe er eben verstanden, was sie sagten, und dann selbst angefangen zu sprechen. Norman wollte wissen, wie lange das gedauert habe. Gassi konnte sich nicht erinnern. Jedenfalls nicht besonders lange. Norman betrachtete seinen Schläger. Vermutlich zum ersten Mal in seinem Leben mit einer gewissen Skepsis.
Zum Ende des Trainings hatte sich die Rollenverteilung endgültig verschoben. Norman sprach über Talent, außergewöhnliche Spielintelligenz und die Möglichkeit, Gassi gezielt auf Turniere vorzubereiten. Gassi hingegen wollte wissen, ob es in der Nähe ein ordentliches Restaurant gebe. Als Norman vorsichtig anmerkte, dass er hier möglicherweise vor einer außergewöhnlichen sportlichen Karriere stehe, winkte Gassi ab. Er habe bereits einen Beruf. Außerdem müsse er noch einen Golftrainer besuchen, einen Privatkoch kennenlernen und verschiedene andere Angebote für den WOW Concierge ausprobieren. Man könne schließlich nicht den ganzen Tag Padel spielen. Norman sah das offenbar anders, fand aber keine überzeugenden Argumente.

Von Gassi geprüft. Für den WOW Concierge empfohlen.
Dass Gassi nebenbei beinahe eine Padelkarriere begonnen hätte, ist für unsere Gäste natürlich weniger wichtig als die eigentliche Nachricht: Mit Norman Messina und Enjoy Padel haben wir einen großartigen neuen Kooperationspartner für den WOW Concierge gewonnen. Wer auf Mallorca Padel ausprobieren oder sein Spiel verbessern möchte, kann über WOW FINCA ein privates Training buchen. Norman und sein Team unterrichten Anfänger ebenso wie Fortgeschrittene, an verschiedenen Standorten auf der Insel und möglichst in der Nähe eurer Finca. Schläger, Bälle und Platz sind inklusive. Eine Stunde Privattraining für bis zu zwei Personen kostet ab 100 Euro. Auch mehrtägige Padelcamps sind möglich. Ihr sagt uns, wann ihr spielen möchtet, wir kümmern uns um den Rest. Und keine Sorge: Norman ist ein ausgezeichneter Trainer. Dass er Gassi an diesem Vormittag nicht besonders viel beibringen konnte, sollte man ihm nicht vorwerfen.
Beim Abschied versuchte Norman ein letztes Mal, seinen ungewöhnlichen Gast für ein weiteres Training zu gewinnen. Er habe in seiner gesamten Laufbahn selten jemanden mit einem derartigen natürlichen Ballgefühl erlebt. Gassi bedankte sich höflich, versprach, darüber nachzudenken, und erkundigte sich, ob Norman eigentlich auch Golf spiele.
Nein, sagte Norman.
Gassi nickte verständnisvoll.
„Kann ich dir mal zeigen.“


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