Essen & Trinken · Trinkgeld

Trinkgeld auf Mallorca: wie viel, für wen und wie

Niemand muss. Fast jeder tut es. Und der Kellner merkt sich, wer.

Von Thorsten Kambach6 Min. Lesezeit

WOW FINCA Mallorca: Restauranttisch am Hafen bei Sonnenuntergang mit zwei Gläsern Weißwein, Brot, Aioli und einer roten Hibiskusblüte
In diesem Beitrag 10 Abschnitte
  1. 01Ist Trinkgeld in Spanien Pflicht?
  2. 02Restaurant: 5 bis 10 Prozent, wenn es gut war
  3. 03Bar und Café: aufrunden reicht
  4. 04Taxi, Transfer und Fahrer
  5. 05Finca-Reinigung und Hotel
  6. 06Privatkoch, Bootstour, Massage
  7. 07Bar oder Karte?
  8. 08Passende Fincas für den großen Abend
  9. ?Häufige Fragen
  10. 09Quellen

Die Rechnung kommt auf einem kleinen Teller. Darauf ein Zettel, darunter Platz für Wechselgeld. Am Nebentisch legt ein Mallorquiner zwei Münzen hin und geht. Am eigenen Tisch beginnt eine Diskussion über Prozente. Sie ist kürzer, als ihr denkt.

Kurz gesagt: Trinkgeld ist in Spanien freiwillig und darf nicht automatisch auf die Rechnung gesetzt werden. Auf Mallorca ist es trotzdem üblich: Im Restaurant gibt man bei gutem Service etwa 5 bis 10 Prozent, der Verbraucherverband Consubal empfiehlt 5 bis 6 Prozent. In der Bar und im Taxi rundet man auf. Am besten gebt ihr Trinkgeld in bar, dann kommt es sicher beim Personal an.

Trinkgeld auf einen Blick

  • Pflicht?Nein, in Spanien freiwillig
  • Restaurant5–10 % bei gutem Service
  • Bar, Caféaufrunden oder Münzen liegen lassen
  • Taxiaufrunden
  • Privatkoch, Bootscrewnach Leistung, am Ende des Tages
  • Am bestenin bar, auf dem Tellerchen

Ist Trinkgeld in Spanien Pflicht?

Nein. Es gibt in Spanien keine Vorschrift, die Gäste zu Trinkgeld verpflichtet. Ein Restaurant darf darauf hinweisen, es aber nicht verlangen oder still auf die Rechnung schreiben. Ein Zuschlag für „servicio“ oder „cubierto“ ist nur zulässig, wenn er vor der Bestellung deutlich angekündigt wurde, etwa auf der Karte. Darauf weist die Verbraucherorganisation OCU unter Berufung auf das spanische Verbraucherschutzgesetz hin.

Auf den Balearen gilt zusätzlich: Berechnet werden darf nur, was als Preis ausgehängt oder auf der Karte steht. Taucht auf der Rechnung ein Posten auf, den ihr nicht bestellt habt, fragt nach. Jedes Lokal muss Beschwerdeformulare bereithalten, die hoja de reclamaciones. Zuständig ist die Verbraucherbehörde der Balearen-Regierung.

Dass Trinkgeld freiwillig ist, heißt nicht, dass es unüblich wäre. Ein paar Euro für guten Service sind normal und werden registriert. Manchmal steht beim nächsten Besuch der Hierbas schon auf dem Tisch, bevor ihr fragt.

Restaurant: 5 bis 10 Prozent, wenn es gut war

Der Verbraucherverband der Balearen, Consubal, empfiehlt im Restaurant 5 bis 6 Prozent in bar. Viele Gäste geben bei sehr gutem Service bis zu 10 Prozent.

  • Menú del día für 15 Euro: aufrunden oder ein Euro.
  • Abendessen für vier, Rechnung 140 Euro: 7 bis 10 Euro.
  • Großer Tisch, langer Abend, Extrawünsche: gern 10 Prozent.
  • Schlechter Service: nichts. Das ist in Ordnung.

So läuft es ab: Die Rechnung kommt auf einem Teller oder in einer Mappe. Ihr legt Geld oder Karte dazu, das Wechselgeld kommt zurück, und das Trinkgeld lasst ihr beim Gehen liegen. Ein „Está bien así“ (stimmt so) beim Bezahlen funktioniert auch. Auf Mallorquin reicht ein freundliches „Gràcies“. Mehr Bar- und Restaurantvokabular steht in Bestellen wie ein Mallorquiner.

Bar und Café: aufrunden reicht

Für einen Cortado an der Theke oder eine Caña am Abend erwartet niemand Prozente. Lasst die kleinen Münzen auf dem Tellerchen liegen oder rundet auf den nächsten Euro auf. Wer jeden Morgen in dieselbe Dorfbar geht, gibt am letzten Tag etwas mehr. Das ist keine Regel, aber es fühlt sich richtig an.

Taxi, Transfer und Fahrer

  • Taxi: aufrunden, bei Hilfe mit schweren Koffern ein, zwei Euro mehr.
  • Vorab gebuchter Transfer: Der Preis steht fest. Trinkgeld ist nicht nötig, bei langen Strecken oder Wartezeit am Flughafen aber eine nette Geste.
  • Fahrer für einen ganzen Abend: Wenn er um Mitternacht noch freundlich ist, darf das am Ende etwas wert sein.

Wie ihr vom Flughafen am besten zur Finca kommt, steht in Flughafen Palma – Transfer nach Pollença.

Finca-Reinigung und Hotel

Im Hotel lassen viele Gäste für das Zimmerpersonal am Ende ein paar Euro auf dem Kopfkissen liegen, gern mit einem Zettel. In einer Finca ist die Lage anders: Die Endreinigung ist im Preis oder in den Nebenkosten geregelt, eine Pflicht zu Trinkgeld gibt es nicht. Wer während des Urlaubs eine Zwischenreinigung bekommen hat oder ein Haus mit vielen Gästen besonders aufgeräumt verlässt, kann einen Umschlag mit einem Dank in der Küche liegen lassen. Wichtiger als jeder Betrag: das Haus so hinterlassen, wie ihr es selbst gern vorfinden würdet. Was dazugehört, steht im Finca-Knigge.

Privatkoch, Bootstour, Massage

Bei Leistungen, die ihr vorab zum Festpreis bucht, ist das Trinkgeld im Preis nicht enthalten, aber auch nicht eingeplant. Gebt es am Ende, wenn ihr zufrieden seid, direkt den Menschen, die für euch gearbeitet haben.

  • Privatkoch: Ein Abend mit Menü für zwölf ist viel Arbeit, oft mit Service und Abwasch. Wer begeistert ist, gibt dem Team am Ende einen Betrag in bar, viele Gäste orientieren sich an 5 bis 10 Prozent des Menüpreises. Wie so ein Abend abläuft: Privatkoch in der Finca.
  • Bootstour mit Skipper: Wenn ihr der Crew etwas geben wollt, dann beim Anlegen. Bei einer gemieteten Yacht mit Besatzung fragt vorher, wie der Anbieter es handhabt. Mehr zu Booten: Katamaran auf Mallorca.
  • Massage, Yoga, Kinderbetreuung in der Finca: kein Muss, bei besonderem Einsatz eine schöne Geste.
  • Friseur: aufrunden.

Bar oder Karte?

Viele zahlen inzwischen mit Karte, und manche Terminals fragen nach einem Trinkgeldbetrag. Das ist erlaubt, solange ihr frei entscheidet. Der Verbraucherverband Consubal rät trotzdem zu Bargeld: Bei digitalem Trinkgeld sei nicht immer klar, ob es beim Personal ankommt, und es muss versteuert werden. Unser Tipp: Rechnung mit Karte zahlen, Trinkgeld in Münzen oder kleinen Scheinen auf den Teller legen. Ein paar Fünf-Euro-Scheine gehören deshalb ins Portemonnaie, auch wenn ihr sonst alles mit dem Handy zahlt.

Passende Fincas für den großen Abend

Der schönste Tisch ist manchmal der eigene. Auf der Luxus-Finca Rotana bei Porto Cristo sitzen bis zu 16 Gäste an einer Tafel, während der Privatkoch in der Küche arbeitet und niemand nach der Rechnung fragen muss. Die Finca Floriana bei Porto Colom ist für bis zu zwölf Gäste gemacht. Mehr Häuser: Fincas im Osten.

Fincas für den Abend mit Privatkoch

Luxe Finca Rotana

Porto Cristo · OostenMaximaal 16 gasten

vanaf 1.800 € per nacht

Finca Floriana

Porto Colom · OostenMaximaal 12 gasten

vanaf 1.300 € per nacht

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Häufige Fragen

Ist Trinkgeld auf Mallorca Pflicht?

Nein. In Spanien ist Trinkgeld freiwillig und darf nicht automatisch auf die Rechnung gesetzt werden. Ein Servicezuschlag ist nur erlaubt, wenn er vor der Bestellung deutlich angekündigt wurde.

Wie viel Trinkgeld gibt man im Restaurant auf Mallorca?

Bei gutem Service etwa 5 bis 10 Prozent. Der Verbraucherverband der Balearen, Consubal, empfiehlt 5 bis 6 Prozent in bar.

Gibt man im Taxi auf Mallorca Trinkgeld?

Üblich ist, auf den nächsten Euro aufzurunden. Bei Hilfe mit schwerem Gepäck gibt man ein, zwei Euro mehr.

Soll ich Trinkgeld bar oder mit Karte geben?

Am besten bar. Der Verbraucherverband Consubal rät dazu, weil digitales Trinkgeld nicht immer sicher beim Personal ankommt und versteuert werden muss.

Gibt man dem Privatkoch Trinkgeld?

Es ist kein Muss. Wer zufrieden ist, gibt dem Team am Ende des Abends einen Betrag in bar, viele orientieren sich an 5 bis 10 Prozent des Menüpreises.

Was tun, wenn Trinkgeld schon auf der Rechnung steht?

Nachfragen. Ein nicht angekündigter Zuschlag muss nicht bezahlt werden. Jedes Lokal auf den Balearen muss eine hoja de reclamaciones, ein Beschwerdeformular, bereithalten.

Quellen

  • Mallorca Magazin, „Trinkgeld auf Mallorca: Machen Sie im Restaurant alles richtig“, 9.7.2024 (Empfehlung des Verbraucherverbands Consubal)
  • Noudiari, Bericht über Servicezuschläge auf den Balearen mit Hinweisen der OCU und zum Texto Refundido de la Ley General para la Defensa de los Consumidores y Usuarios, 9.9.2026
  • Govern de les Illes Balears, Direcció General de Consum: hoja de reclamaciones