Kurz gesagt: Echte Mallorca Geheimtipps sind selten geheim, aber fast immer leer, weil sie einen Umweg, eine Treppe oder einen frühen Wecker kosten. Hier sind elf, die wir Freunden schicken: stille Buchten mit Regeln, Aussichtspunkte ohne Reisebus, Wege abseits, eine Bäckerei, zwei Dorffeste. Den Rest erzählen wir unseren WOW MEMBERn.
Ihr parkt am Ende einer schmalen Straße, lauft zehn Minuten, steigt eine Treppe hinunter. Unten: Fischerhütten, Felsplatten, Wasser, in dem man die Steine am Grund zählen kann. Zwei Leute lesen, einer schläft. Mehr ist nicht los.
Solche Orte gibt es auf Mallorca noch. Man muss nur etwas mehr tun, als den Blinker zu setzen. Die Klassiker wie Formentor, Sa Calobra oder Valldemossa stehen in unseren Mallorca Sehenswürdigkeiten, die bekannten Buchten in den schönsten Stränden Mallorcas. Hier geht es um das, was danach kommt.
Stand: November 2026. Zugänge, Parkregeln und Öffnungszeiten ändern sich auf Mallorca gern. Prüft vor jedem Ausflug den aktuellen Stand.
Mallorca Geheimtipps: stille Buchten und wie man sich dort benimmt
Eine stille Bucht bleibt nur still, wenn sich alle ein bisschen zusammenreißen. Deshalb vorab die Regeln, die für alle drei gelten:
- Müll wieder mitnehmen. Es gibt dort keine Tonnen. Was ihr runtertragt, tragt ihr wieder hoch.
- Nur legal parken. Zufahrten und Wendeplätze freihalten. Wer zugeparkt wird, sind oft die Anwohner.
- Seegras liegen lassen. Die braunen Posidonia-Polster am Ufer schützen den Strand. Das Seegras steht auf den Balearen unter Schutz.
- Leise sein. Musikbox zu Hause lassen. Der Grund, hierherzukommen, ist ja gerade, dass nichts läuft.
- Hütten und Bootsrampen gehören jemandem. Anschauen ja, betreten nein.
1. Cala Tuent
Im Nordwesten, in der Gemeinde Escorca, direkt unter dem Puig Major, dem höchsten Berg der Insel. Rund 180 Meter Kies, Steine und ein paar Sandflecken. Sie liegt nicht weit von Sa Calobra und ist doch das Gegenteil davon: Wer hierherkommt, will baden, nicht fotografieren. Rettungsschwimmer und Restaurant gibt es keine. Proviant mitbringen.
2. Cala s’Almunia
Im Südosten bei Santanyí, nur um eine Felsnase von der berühmten Caló des Moro entfernt. Etwa 30 mal 10 Meter, fast nur Fels, Bootsrampen und alte Fischerhütten. Ihr parkt auf demselben Parkplatz wie für Caló des Moro, lauft 15 bis 20 Minuten und steigt eine lange, steile Treppe hinunter. Nichts für Kinderwagen. Keine Toiletten, kein Kiosk, wenig Schatten. Wasserschuhe helfen.
3. Port des Canonge
Ein winziger Hafen bei Banyalbufar an der Westküste: kleine Kiesbucht, rund 70 Meter lang, alte Bootshäuser aus Stein, die unter Schutz stehen, und zwei Restaurants. Die Zufahrt ist schmal und kurvig, Parkplätze gibt es wenige. Schöner ist der Weg zu Fuß über den Camí des General ab Banyalbufar.

Aussichtspunkte ohne Reisebus
4. Puig de Randa
Ein einzelner Berg mitten in der Ebene bei Algaida, mit gleich drei Klöstern. Ganz oben liegt das Santuari de Cura, wo der Philosoph Ramon Llull um 1274 eine Art Erleuchtung gehabt haben soll. An klaren Tagen seht ihr von hier fast die ganze Insel, die Bucht von Palma, die Tramuntana und manchmal Cabrera. Die Straße hinauf ist rund fünf Kilometer lang, schmal und bei Radfahrern beliebt. Langsam fahren.
5. Ermita de Bonany
Eine Einsiedelei auf einem Hügel ein paar Kilometer von Petra. Hier hielt Junípero Serra, der in Petra geboren wurde, seine letzte Predigt auf Mallorca, bevor er nach Amerika aufbrach und dort Missionen gründete. Von der Terrasse blickt ihr über die ganze Ebene. Kein Restaurant, keine Bar. Picknick einpacken.
6. Cap de ses Salines
Der Südzipfel der Insel: flache Felsküste, Wind, ein Leuchtturm von 1863. Die Straße endet am Leuchtturm, geparkt wird am Straßenrand, es gibt keinen großen Parkplatz. An klaren Tagen liegt Cabrera als Silhouette am Horizont. Entlang der Felsküste erreicht ihr zu Fuß kleine Buchten. Festes Schuhwerk, Abstand zur Brandung.
Wege abseits
7. La Trapa bei Sant Elm
Um 1810 ließen sich Trappistenmönche, die vor der Französischen Revolution geflohen waren, in einem Tal über dem Meer nieder. Das Kloster verfiel, die Terrassen blieben. Heute betreut die Naturschutzorganisation GOB das Gelände. Von Sant Elm führt ein steiniger Weg hinauf, die Runde ist etwa 12 Kilometer lang und dauert rund vier Stunden. Oben liegt die Dracheninsel Sa Dragonera vor euch. Für die Tramuntana-Klassiker gibt es unseren Beitrag Wandern auf Mallorca.
8. Ses Païsses bei Artà
Ein Spaziergang durch ein Dorf, das um 850 vor Christus gegründet wurde. Eine 374 Meter lange Mauer umschließt die Siedlung, der Eingang ist ein Tor aus drei riesigen Steinblöcken ohne Mörtel. Plant bis zu zwei Stunden ein und erfragt Öffnungszeiten und Eintritt vorher beim Tourismusbüro in Artà.
Eine Bäckerei
9. Coca de patata in Valldemossa
Ein süßes, lockeres Brötchen mit gekochter Kartoffel im Teig. Schmeckt nicht nach Kartoffel, sondern nach mehr. Die bekannteste Adresse ist die Bäckerei Ca’n Molinas, seit 1920 im Ort, mit Holzofen. Im Winter dazu heiße Schokolade, im Sommer Mandelmilch. Mehr zum Ort in Valldemossa.
Zwei Dorffeste, für die sich ein Termin lohnt
10. Es Firó in Sóller
Am Montag nach dem zweiten Sonntag im Mai stellt Sóller die Abwehr eines Piratenüberfalls von 1561 nach. Um 15 Uhr läuten die Glocken, am Hafen landen die „Mauren“, und die Schlacht zieht sich bis in den Ort. Danach wird die ganze Nacht gefeiert. 2027 dürfte das der 10. Mai sein. Mehr zu Sóller und Port de Sóller.
11. Moros i Cristians in Pollença
Jedes Jahr am 2. August, dem Fest der Stadtpatronin. Der Tag beginnt um 5 Uhr mit Musik, am Nachmittag kämpfen weiß gekleidete Christen gegen bunte Piraten, von der Plaça de l’Almoina bis zur Kirche Sant Jordi. Die Nachstellung gibt es seit 1860. Laut, staubig, großartig.
WOW CLUB
Den Rest erzählen wir unseren WOW MEMBERn.
Elf Tipps stehen hier. Ein paar mehr behalten wir für die, die sowieso wiederkommen. Im WOW CLUB sammelt ihr Punkte für eure Reisen und erfahrt früher als alle anderen von neuen Fincas.
Wo wohnen, wenn man abseits sucht?
Geheimtipps liegen selten neben dem Hotel. Eine Finca mitten auf der Insel oder im Südosten verkürzt die Wege:
- Finca Rica bei Santanyí, bis 8 Gäste: Cala s’Almunia und Cap de ses Salines liegen in der Gegend.
- Finca Artari in Artà, bis 6 Gäste, vermietet von April bis Oktober: Ses Païsses ist um die Ecke.
- Finca Yago bei Petra, für zwei: Die Ermita de Bonany ist euer Hausberg.
Wer unterwegs lieber auf zwei Rädern ist, findet E-Bikes und Vespas unter Mobilität. Und wer nach dem Aussichtspunkt noch ein Glas mallorquinischen Wein im Weinberg will: Essen & Wein. Wasser und Proviant für die Bucht liefert der WOW MART in die Finca.
Eine Gegend haben wir besonders genau abgelaufen: unsere Porto-Cristo-Geheimtipps.
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Legt eure Reise im WOW PLANER an, sammelt die Tipps, die euch gefallen, und stimmt in der Gruppe ab, welche Bucht es wird. Fürs Anlegen gibt es 50 WOW-Punkte geschenkt.
Gassi hat einmal versucht, einen Geheimtipp für sich zu behalten. Er hielt drei Tage durch. Dann erzählte er ihn dem Kellner, dem Nachbarn und einer Gruppe Radfahrer. Als er wiederkam, saßen sie alle da. Seitdem erzählt er Geheimtipps nur noch Menschen, die er wiedersehen will.
Häufige Fragen
Was sind echte Geheimtipps auf Mallorca?
Orte, die schön sind, aber etwas Aufwand kosten: Buchten wie Cala Tuent, Cala s’Almunia oder Port des Canonge, Aussichtspunkte wie der Puig de Randa oder die Ermita de Bonany, Wege wie der zur Klosterruine La Trapa und Dorffeste wie Es Firó in Sóller.
Wie verhalte ich mich in einer stillen Bucht richtig?
Müll wieder mitnehmen, nur legal parken, Seegras am Ufer liegen lassen, leise sein und private Hütten oder Bootsrampen nicht betreten. In den kleinen Buchten gibt es meist keine Tonnen, keine Toiletten und keine Rettungsschwimmer.
Wann ist Es Firó in Sóller 2027?
Es Firó findet am Montag nach dem zweiten Sonntag im Mai statt. 2027 ist das voraussichtlich der 10. Mai. Den genauen Ablauf veröffentlicht die Gemeinde Sóller vorher.
Wo bekommt man die beste Coca de patata?
Die bekannteste Adresse ist die Bäckerei Ca’n Molinas in Valldemossa, die es seit 1920 gibt. Die Coca de patata ist ein süßes, lockeres Gebäck mit gekochter Kartoffel im Teig.
Wie lange dauert die Wanderung nach La Trapa?
Die Runde ab Sant Elm ist etwa 12 Kilometer lang und dauert rund vier Stunden ohne Pausen. Die Wege sind steinig und teils steil, festes Schuhwerk ist Pflicht.
Titelbild: Cala Petita bei Porto Cristo. Foto: Olaf Tausch, CC BY 3.0.




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