Mallorca ist ungefähr 100 Kilometer breit. Das klingt angenehm übersichtlich. Bis du morgens feststellst, dass deine Lieblingsbucht auf der anderen Seite liegt, das Restaurant für heute Abend eine Stunde entfernt ist und „zentral gelegen“ offenbar ein sehr dehnbarer Begriff ist.

Die gute Nachricht: Die falsche Gegend auf Mallorca gibt es nicht. Aber die falsche Gegend für deinen Urlaub schon.
Wer mit kleinen Kindern kommt, braucht etwas anderes als acht Freunde mit großem Haus, Pool und ausgeprägtem Interesse an langen Abenden. Wer jeden Morgen eine andere Bucht sehen möchte, sollte anders wohnen als jemand, der zum Wandern kommt. Und wer seine Finca hauptsächlich deshalb gebucht hat, um sie möglichst wenig zu verlassen, kann das Meer erstaunlich entspannt ein paar Kilometer weiter weg wissen.
Deshalb klären wir erst einmal die wichtigste Frage: Wo auf Mallorca solltest du eigentlich Urlaub machen?
Die schnelle Antwort
Für lange Sandstrände und unkomplizierten Familienurlaub: der Norden rund um Alcúdia und Playa de Muro.
Für kleine Buchten, Häfen und jeden Tag ein bisschen anderes Mallorca: Osten und Südosten rund um Porto Cristo, Portocolom, Cala d’Or und Santanyí.
Für lange Naturstrände und etwas mehr Weite: der Süden rund um Campos, Sa Ràpita, Es Trenc und Colònia de Sant Jordi.
Für Finca, Ruhe, Wein und eine gute Ausgangslage zum Erkunden der Insel: das Landesinnere rund um Consell, Binissalem, Sineu und die umliegenden Dörfer.
Für Berge, Wandern und ziemlich unverschämte Landschaft: der Westen und die Serra de Tramuntana.
Für Restaurants, Stadt und möglichst wenig Lust auf ein Leben im Mietwagen: Palma und ausgewählte Orte im Südwesten.
So weit die Kurzfassung. Jetzt kommt der Teil, wegen dem du später nicht jeden zweiten Morgen „Hätten wir mal …“ sagst.
Du willst Strand. Und zwar richtig Strand.
Dann schau dir Mallorcas Norden an.
Alcúdia und Playa de Muro sind keine Geheimtipps. Müssen sie auch nicht sein. Manchmal ist ein Ort beliebt, weil er seinen Job einfach ziemlich gut macht.
Die Playa de Muro ist rund 5,2 Kilometer lang, feinsandig und fällt über weite Bereiche flach ins Meer ab. Dazu kommen meist ruhiges Wasser und Abschnitte mit kompletter Infrastruktur. Wer mit Kindern unterwegs ist, versteht den Vorteil spätestens beim ersten Strandtag: Handtücher, Tasche, Sonnencreme, Wasser, Spielzeug, Schwimmflügel, ein aufblasbares Tier unbekannter Gattung – und trotzdem muss niemand mit dem gesamten Haushalt eine Felswand hinunter.
Interessant ist, dass Playa de Muro nicht überall gleich aussieht. Zwischen den stärker erschlossenen Bereichen liegt mit Es Comú ein langer, weitgehend unbebauter Strandabschnitt am Naturpark S’Albufera. Du bekommst im Norden also nicht nur Liegen, Hotels und Strandpromenade, sondern kannst dir aussuchen, wie viel davon du heute möchtest.
Auch Alcúdia selbst bringt kilometerlangen Sandstrand und flaches Wasser mit. Für Familien, die morgens nicht erst diskutieren möchten, welche der zwölf wunderschönen Calas heute logistisch machbar ist, ist das ziemlich überzeugend.
Und selbst die Anreise funktioniert besser, als man bei Mallorcas Norden zunächst vermuten würde: In der Sommersaison verbindet die TIB-Linie A32 den Flughafen direkt mit Alcúdia, Port d’Alcúdia, Playa de Muro und Can Picafort.
Für wen würden wir den Norden nehmen?
Für Familien mit kleineren Kindern. Für Menschen, die gern lange am Strand bleiben. Für Gruppen, bei denen nicht jeder morgens Lust auf ein neues Abenteuer hat. Und für alle, die unter „Strand“ tatsächlich viel Sand und Meer verstehen und nicht eine zwölf Meter breite Lücke zwischen zwei Felsen.
Und was ist der Haken?
Im Juli und August bist du nicht der Einzige, der auf diese Idee gekommen ist.
Die bekannten Küstenorte sind touristisch, die beliebten Strandabschnitte entsprechend gefragt. Wer Mallorca vor allem wegen einsamer Buchten, kleiner Häfen und täglicher Entdeckungstouren bucht, wird im Osten oder Südosten wahrscheinlich glücklicher.
Unsere Einschätzung: Für unkomplizierten Badeurlaub ist der Norden schwer zu schlagen. Für „Mal sehen, wo wir heute landen“ gibt es spannendere Ecken.
Du findest eine kleine Bucht besser als drei Kilometer Strand.
Willkommen im Osten und Südosten.
Hier verändert Mallorca seine Form. Statt langer, offener Sandstrände schneidet sich das Meer immer wieder in die Küste. Kleine Calas, Felsen, Pinien, Häfen und Wasser, bei dem man gelegentlich überprüfen möchte, ob jemand heimlich die Sättigung hochgedreht hat.
Von Porto Cristo über Portocolom und Cala d’Or bis Santanyí liegen sehr unterschiedliche Küstenorte und Buchten. Genau das ist die Stärke dieser Ecke: Du musst dich nicht für einen Strand entscheiden. Du kannst jeden Morgen neu überlegen.
Rund um Porto Cristo kommen beispielsweise kleinere Buchten, die berühmten Höhlensysteme der Ostküste, Bootsausflüge und der Naturhafen zusammen. Weiter südlich liegen Portocolom, Cala d’Or, Porto Petro und Santanyí mit einer ganzen Reihe kleiner Calas.
Cala Santanyí zeigt ziemlich gut, wie anders ein Strandtag hier aussehen kann. Die Bucht ist nur ungefähr 70 Meter lang, liegt geschützt zwischen niedrigen Felsen und bietet klares Wasser zum Schwimmen und Schnorcheln. Gleichzeitig gibt es Infrastruktur und Gastronomie. Klein heißt also nicht automatisch einsam.
Und genau darin steckt der Unterschied zum Norden:
Im Norden kannst du morgens sagen: „Wir gehen an den Strand.“
Im Südosten lautet die nächste Frage wahrscheinlich: „An welchen?“
Für wen würden wir Osten und Südosten nehmen?
Für Paare und Freundesgruppen. Für Familien, die gern unterwegs sind. Für Menschen, die kleine Buchten großen Strandflächen vorziehen. Für alle, die morgens ins Auto steigen können, ohne daraus eine Grundsatzdiskussion zu machen. Und natürlich für Gruppen, die eine Finca als Basis nutzen und Mallorca von dort aus entdecken möchten.
Gerade Porto Cristo und die Ostküste sind dafür strategisch interessant: Meer und Buchten vor der Tür, Manacor im Hinterland und genug unterschiedliche Ziele für mehrere Urlaubstage.
Braucht man hier einen Mietwagen?
Nicht zwingend für die Anreise. Porto Cristo, S’Illot, Sa Coma, Cala Millor und Cala Bona werden in der Saison beispielsweise direkt vom Flughafenbus A42 angefahren.
Aber das beantwortet nur die Frage, wie du zur Unterkunft kommst.
Wenn dein Plan lautet, kleine Buchten zu entdecken, Restaurants auszuprobieren, Märkte zu besuchen und zwischendurch irgendwo abzubiegen, weil es da vorne verdächtig schön aussieht, würden wir ein Auto nehmen.
Unsere Einschätzung: Osten und Südosten sind hervorragend für Menschen, die ihre Finca lieben – aber trotzdem neugierig genug sind, sie gelegentlich zu verlassen.
Du willst langen Strand. Aber nicht unbedingt den Norden.
Dann unterschätze Mallorcas Süden nicht.
Bei Mallorca und langem Sandstrand landet man gedanklich schnell in Alcúdia. Dabei liegt im Süden eine ziemlich überzeugende Gegenargumentation herum.
Es Trenc gehört zu Mallorcas bekanntesten Naturstränden und zieht sich fast zwei Kilometer entlang der Küste. Heller Sand, flaches Wasser, Dünen und dahinter die geschützte Landschaft des Salobrar de Campos mit Feuchtgebieten und Salzflächen.
Dazu kommen Ses Covetes, Sa Ràpita und Colònia de Sant Jordi. Damit entsteht eine Region, die für klassischen Strandurlaub interessant ist, sich aber deutlich anders anfühlt als die großen Ferienorte im Norden.
Etwas weiter im Landesinneren liegt Campos. Das kann als Ausgangspunkt interessant sein, wenn du nicht direkt an der Küste wohnen musst, aber verschiedene Strände im Süden erreichen möchtest.
Und selbst Campos ist im Sommer mit der Flughafenlinie A51 an Palma Airport angebunden.
Für wen würden wir den Süden nehmen?
Für Menschen, die lange Naturstrände mögen. Für Familien und Paare, denen Sand wichtiger ist als Hafenpromenade. Und für Finca-Gäste, die gern etwas außerhalb wohnen und tagsüber verschiedene Ziele anfahren.
Und der Haken?
„Süden“ klingt kompakter, als er ist.
Strand, Finca, Restaurant und Supermarkt können durchaus in verschiedene Richtungen liegen. Wer jeden Tag möglichst viel zu Fuß erledigen möchte, sollte deshalb nicht nur auf die Region, sondern sehr genau auf den konkreten Ort schauen.

Du möchtest eine kleine spektakuläre Bucht.
Dann reden wir kurz über Cala Pi.
Cala Pi ist ein gutes Beispiel dafür, warum „schöner Strand“ als Suchkriterium allein nicht reicht.
Die Bucht liegt tief zwischen Felswänden und zieht sich schmal ins Land. Unten warten Sand und vergleichsweise geschütztes Wasser. Von oben sieht das Ganze so aus, als hätte Mallorca für einen Moment beschlossen, ein bisschen anzugeben.
Der Weg zum Strand führt allerdings über eine Treppe.
Für zwei Erwachsene mit Handtuch und Sonnenbrille ist das eine Randnotiz.
Mit Kleinkind, Buggy, Strandtasche, Kühltasche, Schwimmtier und drei Dingen, von denen niemand mehr weiß, warum sie überhaupt mitmussten, bekommt die Information plötzlich eine gewisse Bedeutung.
Genau deshalb sollte man bei der Wahl einer Gegend nicht nur fragen: „Ist dort ein schöner Strand?“ Sondern:
„Passt dieser Strand zu unserem Urlaub?“
Cala Pi und die südliche Küste können fantastisch sein, wenn du Ruhe, Finca, Pool und einzelne besondere Badeplätze miteinander verbinden möchtest.
Du hast einen Pool. Muss das Meer wirklich vor der Haustür liegen?
Willkommen im Landesinneren.
Das Inselinnere wird bei der Mallorca-Planung erstaunlich oft übergangen. Wahrscheinlich, weil auf der Karte etwas Entscheidendes fehlt: blau.
Dabei kann genau das für einen Finca-Urlaub ziemlich clever sein.
Rund um Consell, Binissalem, Sencelles, Sineu, Santa Maria del Camí und andere Orte der Inselmitte findest du Dörfer, Märkte, Landwirtschaft, Weingüter und sehr viel von dem Mallorca, an dem man auf dem Weg zum Strand normalerweise vorbeifährt.
Consell und Binissalem liegen beispielsweise mitten im Weinbaugebiet DO Binissalem. Hier geht es weniger um Strandpromenade und mehr um Weinberge, Dörfer, Wochenmärkte und die Frage, ob man wirklich schon wieder irgendwo hinfahren muss.
Noch interessanter wird die Inselmitte, wenn du Mallorca erkunden möchtest.
Die Bahnlinie T3 verbindet Palma unter anderem mit Consell, Binissalem, Inca, Sineu, Petra und Manacor. Und mit dem Auto liegen unterschiedliche Inselteile in verschiedene Richtungen erreichbar, statt dass du jeden Ausflug zunächst von einer Küste aus beginnst.
Für wen würden wir das Landesinnere nehmen?
Für Menschen, die wegen der Finca selbst nach Mallorca kommen.
Großes Grundstück. Pool. Grill. Lange Abende draußen. Vielleicht zehn Leute, die erstaunlich wenig Motivation entwickeln, das Haus überhaupt noch zu verlassen.
Auch für Wiederholungstäter ist die Mitte spannend. Wer Mallorca schon kennt und nicht jeden Morgen das Meer sehen muss, bekommt hier eine völlig andere Insel.
Und für Entdecker kann eine zentrale Lage praktischer sein als eine vermeintlich perfekte Küstenlage.
Der Haken?
Der Strand ist nicht vor der Tür.
Klingt offensichtlich. Wird bei der Buchung trotzdem gern verdrängt.
Wenn dein perfekter Urlaub daraus besteht, morgens zu Fuß ins Meer zu springen und erst zum Abendessen wieder Schuhe anzuziehen, ist das Landesinnere wahrscheinlich nicht deine erste Wahl.
Wenn dein perfekter Urlaub dagegen daraus besteht, morgens zum Pool zu laufen und erst mittags zu entscheiden, ob heute überhaupt noch irgendetwas passieren muss:
Sehr interessant.
Du findest Berge mindestens so gut wie Meer.
Serra de Tramuntana und Mallorcas Westen.
Jetzt wird es dramatisch.
Die Serra de Tramuntana zieht sich über rund 90 Kilometer entlang Mallorcas Nordwestküste und gehört als Kulturlandschaft zum UNESCO-Welterbe. Berge, Terrassen, Trockensteinmauern, Olivenhaine und Orte wie Valldemossa, Deià und Sóller machen diese Seite der Insel zu etwas völlig anderem als die Badeorte im Norden oder Osten.
Wer wandert, Rennrad fährt oder morgens gern auf Berge schaut, statt darüber zu diskutieren, ob man heute Cala A oder Cala B nimmt, sollte hier genauer hinsehen.
Und ja: Es sieht teilweise absurd gut aus.
Für wen würden wir die Tramuntana nehmen?
Für Paare. Wanderer. Radfahrer. Landschaftsmenschen. Für alle, bei denen „Was machen wir heute?“ häufiger mit Schuhen als mit Badesachen beantwortet wird.
Und jetzt machen wir uns kurz unbeliebt.
Buche die Tramuntana nicht nur, weil sie auf Fotos fantastisch aussieht.
Die Straßen können kurvig sein. Große, unkomplizierte Sandstrände sind nicht ihre Kernkompetenz. Und wenn du mit mehreren Kindern jeden Morgen Finca → Strand → Supermarkt → Restaurant möglichst einfach abarbeiten möchtest, gibt es bequemere Gegenden.
Das macht die Tramuntana nicht schlechter.
Es macht sie nur besser für die Richtigen.
Du möchtest Mallorca. Aber Palma bitte nicht nur am Abreisetag.
Dann werden Palma und der Südwesten interessant.
Palma ist nicht einfach der Ort, an dem das Flugzeug landet.
Altstadt, Restaurants, Bars, Märkte, Hafen, Kultur, Shopping – wer Stadt und Meer kombinieren möchte, bekommt hier eine Mallorca-Version, die mit der abgelegenen Finca im Inselinneren wenig gemeinsam hat.
Auch der Südwesten rund um die Bucht von Palma bis Richtung Port d’Andratx bietet Küstenorte, Häfen, Gastronomie und vergleichsweise kurze Wege zur Hauptstadt.
Der große Unterschied zu vielen Finca-Regionen:
Hier kann ein Urlaub funktionieren, bei dem das Auto nicht jeden Morgen automatisch zur Familie gehört.
Für wen würden wir Palma und den Südwesten nehmen?
Für Paare und Freundesgruppen, denen Restaurants, Bars und Stadt wichtig sind. Für einen kürzeren Mallorca-Trip. Und für Menschen, die bei „abends noch kurz etwas essen gehen“ tatsächlich gehen meinen.
Wer dagegen morgens nur Vögel hören, auf ein großes Grundstück schauen und darüber nachdenken möchte, ob 11:30 Uhr schon eine akzeptable Zeit für den Pool ist, sollte weiter draußen suchen.
Welche Gegend auf Mallorca passt zu dir?
Wenn du bis hier gelesen hast und inzwischen weniger statt mehr weißt: sehr gut. Dann ist Mallorca korrekt erklärt.
Hier deshalb noch einmal ohne Landschaftslyrik:
|
Wenn du vor allem … willst |
Schau zuerst hier |
|---|---|
|
lange Sandstrände |
Norden oder Es-Trenc-Region |
|
Urlaub mit kleinen Kindern |
Alcúdia / Playa de Muro |
|
kleine Buchten |
Osten & Südosten |
|
jeden Tag eine andere Cala |
Santanyí / Cala d’Or / Ostküste |
|
Finca, Pool & Ruhe |
Inselmitte |
|
Mallorca erkunden |
Inselmitte |
|
Wein & Dörfer |
Consell / Binissalem / Inselmitte |
|
Wandern & Berge |
Serra de Tramuntana |
|
Naturstrand |
Es Trenc & südliche Küste |
|
Stadt & Restaurants |
Palma / Südwesten |
|
Boot & Küstenorte |
Osten / Südosten |
|
möglichst wenig Auto |
Palma oder gezielt gut angebundener Küstenort |
|
Urlaub mit Freunden |
Osten, Südosten oder Inselmitte |
|
möglichst viel Zeit in der Finca |
Inselmitte oder ruhiges Hinterland |
Braucht man auf Mallorca einen Mietwagen?
Die bessere Antwort lautet: Was hast du vor?
Mallorca hat ein deutlich besseres öffentliches Verkehrsnetz, als manche Finca-Ratgeber vermuten lassen. Busse verbinden den Flughafen direkt mit verschiedenen Ferienregionen, und die Bahn erschließt Teile des Inselinneren bis Manacor.
Wenn du in Palma wohnst, hauptsächlich einen Ort genießen möchtest oder deine Unterkunft gut angebunden ist, kann ein Urlaub ohne Mietwagen funktionieren.
Bei einer abgelegenen Finca sieht die Sache anders aus.
Und wenn deine Urlaubsidee aus Buchten entdecken, Märkten, Restaurants, verschiedenen Stränden und spontanen Abzweigungen besteht, ist ein Auto weniger Transportmittel als Freiheit.
Deshalb unser Rat:
Nicht zuerst fragen, ob man auf Mallorca ein Auto braucht.
Schau dir die konkrete Unterkunft an. Dann den nächsten Supermarkt. Dann den Strand. Dann die Dinge, die du wirklich machen möchtest.
Danach ist die Antwort meistens erstaunlich eindeutig.
Finca oder Küstenort?
Auch das ist eigentlich keine Immobilienfrage.
Es ist eine Urlaubsfrage.
Eine Finca etwas außerhalb kann dir Grundstück, Ruhe, Privatsphäre, Pool und Platz für die ganze Gruppe geben. Dafür fährst du häufiger.
Ein Haus mitten im Ort kann kleiner und weniger abgeschieden sein. Dafür holst du morgens Brot zu Fuß und sitzt abends fünf Minuten später im Restaurant.
Beides kann perfekt sein.
Nur nicht für dieselben Menschen.
Bei acht oder zehn Personen würden wir übrigens besonders genau hinschauen. Denn dann werden Dinge wichtig, die bei zwei Personen kaum auffallen: Wie viele Autos brauchen wir? Wie viele Badezimmer gibt es? Kann man zu Fuß essen gehen? Wie weit ist der Supermarkt? Wie viele Menschen wollen überhaupt jeden Tag an denselben Strand?
Spätestens ab einer gewissen Gruppengröße ist „spontan“ meistens nur noch ein anderes Wort für schlecht vorbereitet.
Die beste Gegend Mallorcas gibt es nicht.
Wir könnten jetzt natürlich einen Sieger küren.
Macht sich in Reiseartikeln immer gut.
Platz 1: DIE BESTE REGION MALLORCAS!!!
Können wir aber nicht.
Denn Playa de Muro kann für eine Familie mit zwei kleinen Kindern die perfekte Wahl und für ein Paar mit Wanderschuhen völlig uninteressant sein. Eine Finca bei Consell kann für zehn Freunde großartig und für jemanden, der jeden Morgen barfuß zum Strand laufen möchte, schlicht falsch sein. Und die Tramuntana kann der schönste Ort sein, an dem du jemals Urlaub gemacht hast – solange du nicht eigentlich drei Kilometer Sandstrand gesucht hast.
Deshalb würden wir die Sache andersherum angehen:
Such nicht zuerst nach der schönsten Finca. Such zuerst nach dem Urlaub, den du darin machen willst.
Dann nach der Gegend.
Dann nach dem Haus.
Und wenn am Ende ein Pool dabei ist, in dem acht Leute gleichzeitig liegen und behaupten können, heute wirklich nichts mehr machen zu müssen, war die Planung wahrscheinlich ziemlich gut.
Häufige Fragen zur richtigen Gegend auf Mallorca
Welche Gegend auf Mallorca ist am schönsten?
Das hängt davon ab, was du unter schön verstehst. Für Berglandschaft und Dörfer ist die Serra de Tramuntana außergewöhnlich. Kleine Buchten findest du besonders im Osten und Südosten. Lange Sandstrände bietet der Norden rund um Alcúdia und Playa de Muro sowie der Süden rund um Es Trenc. Für klassische Finca-Landschaft, Wein und Dörfer lohnt sich das Inselinnere.
Welche Gegend auf Mallorca eignet sich am besten für Familien?
Für Familien mit kleineren Kindern sind Alcúdia und Playa de Muro besonders praktisch: lange Sandstrände, flacher Einstieg ins Wasser und viel Infrastruktur. Auch der Süden rund um Es Trenc kann interessant sein. Bei kleinen Calas solltest du zusätzlich prüfen, wie der Zugang aussieht – nicht jede wunderschöne Bucht ist mit kleinen Kindern, Buggy und Strandausrüstung gleichermaßen bequem.
Wo auf Mallorca gibt es die schönsten Buchten?
Besonders viele kleine Calas findest du an Mallorcas Ost- und Südostküste. Rund um Porto Cristo, Portocolom, Cala d’Or, Porto Petro und Santanyí kannst du mehrere sehr unterschiedliche Buchten miteinander verbinden.
Wo auf Mallorca sollte man eine Finca mieten?
Wenn die Finca selbst ein wichtiger Teil des Urlaubs ist, sind das Inselinnere sowie das Hinterland von Osten, Südosten und Süden besonders interessant. Entscheidend ist weniger die Himmelsrichtung als die konkrete Lage: Entfernung zu Supermarkt, Restaurants, Strand und den Orten, die du besuchen möchtest.
Wo ist Mallorca am ruhigsten?
Abseits der großen Küstenorte findest du vor allem im Inselinneren und in ländlichen Bereichen viel Ruhe. Allerdings kann auch eine Finca im Hinterland einer beliebten Küstenregion sehr abgeschieden liegen. Deshalb immer die konkrete Umgebung der Unterkunft prüfen und nicht nur den Namen der Region.
Welche Seite Mallorcas eignet sich für den ersten Urlaub?
Wer Mallorca noch nicht kennt und möglichst unterschiedliche Dinge erleben möchte, ist im Osten oder Südosten gut aufgehoben: Buchten, Küstenorte, Restaurants und Ausflugsziele liegen relativ abwechslungsreich beieinander. Familien mit Fokus auf Strand sollten dagegen zuerst den Norden prüfen.
Wo kann man auf Mallorca ohne Mietwagen Urlaub machen?
Palma ist dafür die einfachste Wahl. Auch einige größere Küstenorte sind mit Flughafenbussen und Regionalverbindungen gut erreichbar. Bei einer Finca außerhalb eines Ortes ist ein Mietwagen dagegen meist deutlich praktischer. Entscheidend ist deshalb die konkrete Unterkunft und nicht allein die Region.
Norden oder Süden – was ist besser?
Für lange, unkomplizierte Sandstrände und Familienurlaub hat der Norden rund um Alcúdia und Playa de Muro große Vorteile. Im Süden bietet die Gegend um Es Trenc ebenfalls lange Naturstrände, wirkt aber anders und lässt sich gut mit ländlicherem Finca-Urlaub verbinden. „Besser“ entscheidet am Ende dein Urlaub.
Osten oder Westen – was ist schöner?
Wenn du Buchten, Häfen, Schwimmen und unterschiedliche Küstenorte möchtest, würden wir den Osten wählen. Für Berge, Wandern, spektakuläre Landschaft und historische Dörfer den Westen und die Serra de Tramuntana.
Welche Gegend eignet sich für eine größere Gruppe?
Für Gruppen würden wir besonders das Inselinnere sowie Osten und Südosten prüfen. Dort lässt sich eine größere Finca gut als gemeinsame Basis nutzen. Wichtiger als die Region sind bei acht, zehn oder zwölf Personen allerdings Schlafzimmer, Badezimmer, Außenbereich, Einkaufsmöglichkeiten, Fahrwege und die Frage, wie oft die gesamte Gruppe gemeinsam unterwegs sein möchte.


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