Calima und Gota fría: Saharastaub und Herbstunwetter auf Mallorca
Zwei Wetterlagen, die man nicht bucht. Aber kennen sollte.
Von Thorsten Kambach5 Min. Lesezeit

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Morgens ist der Himmel nicht blau, sondern milchig. Die Sonne steht als blasse Scheibe über der Bucht, die Berge sind verschwunden, und auf dem Mietwagen liegt eine feine, gelbe Schicht. Nein, das ist kein Waldbrand. Das ist die Sahara, zu Besuch.
Kurz gesagt: Calima ist feiner Saharastaub, den Südwinde über das Mittelmeer bis nach Mallorca tragen. Der Himmel wird gelblich oder orange, die Sicht schlechter, und wenn es dazu regnet, fällt Schlamm vom Himmel. Die Gota fría, heute meist DANA genannt, ist ein Kaltlufttropfen in großer Höhe, der vor allem im Herbst über dem noch warmen Meer heftige Gewitter und Starkregen auslösen kann. Beides kommt selten und geht meist nach ein bis drei Tagen. Bei Calima reicht es, Fenster zu schließen und den Pool zu putzen. Bei einer Gota fría gilt: Warnungen ernst nehmen, Sturzbäche meiden, einen Tag in der Finca einplanen.
Calima: wenn die Wüste vorbeikommt
Der Staub stammt aus der Sahara und dem Atlasgebirge. Wenn ein Tief westlich der Iberischen Halbinsel liegt, dreht der Wind auf Süd, hebt den Staub auf und trägt ihn Hunderte Kilometer über das Meer. Auf Mallorca sieht man das am Himmel: weißlich bis ocker, Sonnenuntergänge in Orange, Sicht manchmal nur wenige Kilometer. Oft wird es dabei wärmer, im Sommer auch deutlich.
Was das für euch heißt:
- Gesundheit: Für die meisten ist Calima nur ein Anblick. Wer Asthma oder empfindliche Atemwege hat, hält sich an solchen Tagen besser nicht lange draußen auf und verzichtet auf Sport in der Mittagshitze.
- Fenster zu, Türen zu, Wäsche rein. Der Staub findet jeden Spalt.
- Pool: Staub sinkt auf den Boden und trübt das Wasser. Der Poolservice kennt das, bei längeren Aufenthalten kommt er sowieso.
- Blutregen: Regnet es während einer Calima, fällt der Staub als Schlamm. Autos, Terrassenmöbel und Sonnenliegen sehen danach aus wie paniert. Die Waschanlagen der Insel lieben diesen Tag.
- Fotos: Der einzige Vorteil. Bei Calima werden Sonnenuntergänge orange und weich, wie gefiltert. Die besten Plätze dafür stehen unter Sonnenuntergang auf Mallorca.
Calima kann zu jeder Jahreszeit auftreten. Vorhersagen dazu veröffentlicht der spanische Wetterdienst AEMET.
Gota fría und DANA: Starkregen im Herbst
Gota fría heißt wörtlich „kalter Tropfen“. Gemeint ist ein Kaltluftgebiet in großer Höhe, das sich vom Westwindband abgelöst hat. Meteorologen sprechen heute von einer DANA, einer Depresión Aislada en Niveles Altos. Trifft diese kalte Luft im Spätsommer und Herbst auf das Mittelmeer, das nach dem Sommer noch warm ist, steigt feuchte Luft schnell auf. Es entstehen Gewitter, die sich festsetzen und in kurzer Zeit große Regenmengen abladen.
Auf Mallorca betrifft das vor allem September bis November. Die meisten Herbsttage sind trotzdem sonnig und warm, und viele Gota-fría-Lagen bringen nur einen kräftigen Regentag. Aber wenn es ernst wird, dann richtig: Am 9. Oktober 2018 löste ein Unwetter in Sant Llorenç des Cardassar eine Sturzflut aus, bei der 13 Menschen starben. Seitdem nimmt die Insel solche Warnungen sehr ernst.
Was ihr bei einer Unwetterwarnung tun solltet
- Warnungen lesen. AEMET warnt in Gelb, Orange und Rot. Bei Orange und Rot schickt der Zivilschutz über das System ES-Alert Warnmeldungen direkt aufs Handy, auch auf deutsche Handys im spanischen Netz. Nehmt sie ernst.
- Torrents meiden. Die trockenen Bachbetten, die Torrents, verwandeln sich bei Starkregen in Minuten in reißende Flüsse. Nicht darin parken, nicht hindurchfahren, nicht hindurchlaufen, auch wenn das Wasser flach aussieht.
- Nicht fahren, wenn es nicht sein muss. Überflutete Straßen und Unterführungen sind die häufigste Gefahr. Lieber eine Stunde warten. Starkregen hört oft so schnell auf, wie er angefangen hat.
- Wandern verschieben. Schluchten wie der Torrent de Pareis sind bei Regen lebensgefährlich. In der Tramuntana können Wege nach Unwettern gesperrt sein.
- In der Finca: Taschenlampe, geladene Powerbank, etwas Wasser und Essen im Haus. Bei Gewitter kann der Strom kurz ausfallen. Liegestuhlauflagen und Sonnenschirme rein, bevor der Wind kommt.
Und dann: einen Tag in der Finca. Kochen, lesen, spielen, Kamin, falls es einen gibt. Ideen für solche Tage stehen unter Mallorca bei Regen. Am nächsten Morgen ist die Luft klar, die Insel frisch gewaschen und grüner als jedes Foto.
Sollte man deshalb im Herbst nicht kommen?
Nein. Oktober ist für viele die beste Reisezeit: warmes Meer, leere Strände, angenehme Temperaturen. Ein Unwettertag gehört zum Herbst wie ein Hitzetag zum August. Wer flexibel plant und Ausflüge nicht auf einen festen Tag legt, merkt davon oft wenig. Wie warm, wie nass und wie sonnig jeder Monat im Schnitt ist, steht unter Wetter und Klima auf Mallorca, mehr zum Herbst unter Mallorca im Oktober und Mallorca im November.
Ausflug abgesagt, Regen angesagt? Dann kommt der Tag zu euch: Privatkoch, Massage in der Finca oder ein voller Kühlschrank, damit niemand raus muss. Und wenn nach dem Sturm etwas im Haus nicht funktioniert: Wir sind rund um die Uhr erreichbar.
Häufige Fragen
Was ist Calima?
Feiner Saharastaub, den Südwinde über das Mittelmeer nach Mallorca tragen. Der Himmel wird gelblich oder orange, die Sicht schlechter, und bei Regen fällt der Staub als Schlamm.
Ist Calima gefährlich?
Für die meisten nicht. Menschen mit Asthma oder empfindlichen Atemwegen sollten an Calima-Tagen längere Anstrengung im Freien vermeiden.
Was ist eine Gota fría?
Ein Kaltlufttropfen in großer Höhe, heute meist DANA genannt. Über dem warmen Mittelmeer kann er im Herbst heftige Gewitter und Starkregen auslösen.
Wann gibt es auf Mallorca Unwetter?
Starkregen durch eine Gota fría tritt vor allem von September bis November auf. Die meisten Herbsttage sind trotzdem sonnig.
Wie werde ich auf Mallorca vor Unwettern gewarnt?
Der Wetterdienst AEMET gibt Warnungen in Gelb, Orange und Rot heraus. Bei schweren Lagen schickt der Zivilschutz über ES-Alert Warnmeldungen direkt aufs Handy.
Soll ich im Herbst trotzdem nach Mallorca reisen?
Ja. Der Herbst hat warmes Meer und leere Strände. Plant Ausflüge flexibel und nehmt Warnungen ernst, dann stört ein Regentag kaum.